Hat die @uni-magdeburg.de universitätsweite Richtlinien zum Umgang mit KI-Werkzeugen und Sprachmodellen?

Nein!

Braucht die Universität so etwas ganz unbedingt?

Ja!

Werden wir beim morgigen #TagDerLehre an der #OVGU versuchen, so etwas (zumindest in Ansätzen) zu entwickeln?

Ja, sicher!

Wer mit dabei sein möchte:

Ort & Zeit: ZWW G80 - 107 | 13:00 Uhr - 15:00 Uhr

Teilnahme: offen für alle Fakultäten und zentrale Einrichtungen

https://www.ovgu.de/tdl.html

@uni-magdeburg.de

Hier noch ein paar frisch erstellte Memes zum Thema KI-Nutzung im universitären Kontext:

https://imgflip.com/i/9wy876

https://imgflip.com/i/9wy8nk

https://imgflip.com/i/9wy919

https://imgflip.com/i/9wy919

@MMagdowski @uni-magdeburg.de
Beim zweiten von links ist die Worttrennung doch auch von so ner Künstlichen Imbezilität, oder? 😏

@TeXniker @uni-magdeburg.de

Du meinst die Silbentrennung bei Materialien? Diese ist schon richtig so, siehe:

https://de.m.wiktionary.org/wiki/Materialien

Materialien – Wiktionary

Wiktionary
@MMagdowski @uni-magdeburg.de
Nach den Regeln ja, aber in einer Schlagzeile doch nicht, allenfalls und wenn gar nicht vermeidbar zwischen Wortteilen!

@TeXniker @uni-magdeburg.de

Ich wollte doch nur die Zeilenlänge angleichen!

Bist du die Meme-Polizei, oder was? 😉🤔

"Achtung, Achtung! Bitte vermeiden Sie unübliche Silbentrennung in einer Schlagzeile und kommen Sie mit erhobenen Anführungszeichen aus dem Versteck!"

@MMagdowski @uni-magdeburg.de
Ich bin einfach ein Lesbarkeitsfetischist. Ist wohl so ’ne Déformation professionnelle …
@MMagdowski @uni-magdeburg.de Oder der Harold gerade bei mir im Praktikum... Mehrfach 🙄: "ChatGPT liefert mir eine funktionierende Lösung". "0 Punkte, weil ich im Abnahmegespräch den Code überhaupt nicht erklären konnte".
@MMagdowski @uni-magdeburg.de Ich bezweifle allerdings stark, dass so etwas wie “uniweite” Richtlinien möglich sind. Ich verstehe den Wunsch danach, den gibt es bei uns auch. Aber die Lehrenden (und Studis!) werden nicht darum herum kommen, sich selbst individuell Gedanken zu machen.

@tschfflr @uni-magdeburg.de

Ja, absolut. Die Herausforderung mit fachbereichs- oder fakultätseigenen Richtlinien, die ja hier und da auch schon entstanden sind, ist jedoch, dass diese sich im Zweifel natürlich widersprechen können, was aus Studierendensicht zumindest etwas komisch ist. Warum ist etwas an der einen Fakultät erlaubt, an der anderen Fakultät jedoch verboten?
Das ist gerade bei interdisziplinären Studiengängen sehr schwierig.

@tschfflr @uni-magdeburg.de

Deshalb wäre es aus meiner Sicht schon sehr wichtig, einen universitätsweiten Minimalkonsens zu entwickeln und festzuhalten, der dann immer noch mit fakultäts- und fachbereichsspezifischen Regelungen ausdifferenziert werden kann. Selbst dann ist ein Widerspruch zwischen diesen fakultätsspezifischen Regelungen nicht ausgeschlossen, aber zumindest unwahrscheinlicher. Außerdem muss die Rechtsstelle weniger prüfen und die Dokumente sind einheitlicher.

@tschfflr @uni-magdeburg.de

Zu Beginn der Covid-Pandemie hatten wir mit den Hygienekonzepten übrigens eine ähnliche Situation: Natürlich hat jede Fakultät eine eigene Lehr- und Forschungskultur, die gewisse Eigenheiten in den Hygienekonzepten erfordert (z.B. für Laborpraktika).

Trotzdem war es damals auch nicht klug, jede einzelne der neun Fakultäten ein eigenes Hygienekonzept "from scratch" entwickeln zu lassen (und diese dann auch noch einzeln zu prüfen).

@MMagdowski @uni-magdeburg.de Das ist etwas deutlich anderes, weil es die Rahmenbedingungen, aber nicht die Forschung und Lehre (inhaltlich) selbst betrifft.

@tschfflr @uni-magdeburg.de

Viel effizienter wäre es vermutlich auch dort gewessen, man hätte ein gemeinsames, einheitliches Hygienekonzept für die ganze Universität entwickeln, dann das auf Fakultätsebene entsprechend weiter spezifiziert worden wäre, allerdings natürlich nur dort, wo konkrete Änderungen notwendig gewesen wären.

Eine ähnliche Vorgehensweise wäre für KI-Richtlinien sicher auch sinnvoll. Trotzdem muss sich dann jede*r auch noch mal individuell Gedanken machen.

@MMagdowski @uni-magdeburg.de Nein das sehe ich anders. "Minimalkonsens" kann nur heißen, niemand darf etwas benutzen. Ansonsten weiß ich schon, mit welchen Kolleg*innen ich auf keinen Fall auf einen "Konsens" komme. Und das ist für mich und andere kein sinnvolles Arbeiten.

@tschfflr @uni-magdeburg.de

Mein angestrebter Minimalkonsens für Studierende ist folgender:

"Sie dürfen generative KI-Werkzeuge nutzen, sofern dies nicht explizit untersagt wurde. Die Verantwortung für die fachliche Richtigkeit, argumentative Schlüssigkeit und wissenschaftliche Qualität der Arbeit liegt aber immer bei Ihnen.

Eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte besteht nicht, es sei denn, dies wird explizit und gut begründet in der Aufgabenstellung gefordert."

@tschfflr @uni-magdeburg.de

Mehr geht eigentlich nicht, weil man keinen rechtsicheren Nachweis der unerlaubten bzw. undokumentierten Nutzung führen und diesen deshalb auch nicht reglementieren bzw. "bestrafen" kann. Dieser Tatsache müssen sich alle Lehrpersonen stellen.

Siehe dazu auch:

Warum die meisten hochschulischen KI-Richtlinien Unsinn sind und welche sinnvolle Option verbleibt
https://mathiasmagdowski.wordpress.com/2024/04/03/ki-erklaerung/

und

KI-Textgeneratoren vs. Hausarbeiten
https://mathiasmagdowski.wordpress.com/2024/11/15/ki-textgeneratoren-vs-hausarbeiten/

Warum die meisten hochschulischen KI-Richtlinien Unsinn sind und welche sinnvolle Option verbleibt

Viele Hochschulen haben kürzlich Richtlinien zur Nutzung von KI-Werkzeugen in Abschlussarbeiten veröffentlicht, die sich meist an einem Diskussionspapier des HFD orientieren und drei Optionen erlau…

Lernen kannst du nur mit deinem Kopf!
@MMagdowski Ich habe die Beiträge jetzt gelesen, habe aber inzwischen noch weniger Verständnis für die Standpunkte. Als einziges Gegenargument wird jeweils "kann man eh nicht beweisen" angegeben. Das vermeidet aber die eigentliche Frage ebenso. Normalerweise setzen wir nicht voraus, dass Studis per se betrügen wollen und kontrolliert werden müssen. Auch die Identität von Studis kann ich nicht einwandfrei nachweisen, lasse mir trotzdem den Ausweis zeigen bei Klausuren bzw. bestehe darauf, dass Haus- und Abschlussarbeiten von den entsprechenden Personen selbst geschrieben sind (und nicht von Ghostwriter*innen). In all diesen Fällen gibt es Regeln, weil sich fast alle Studis daran halten - die Regeln dienen erst dazu, zu kommunizieren, was eigentlich die Kriterien für "richtiges Handeln" in unseren Fächern sind. KI-Regeln würden vielen Studierenden helfen zu verstehen, was als gutes, wissenschaftliches, philologisches Arbeiten gilt und was nicht - sie lernen ja noch und wissen es meist noch nicht. 1/x
@MMagdowski Zweiter Punkt, den ich rauslese, ist eine komplette Geringschätzung von Schreiben und Texten in der Uni. Für viele Kolleg*innen hier an der Philologischen Fakultät IST aber Schreiben = Denken. Es reicht für uns auch im Zweifel nicht, ein Thema irgendwie "durchdacht" zu haben, sondern man muss das auch artikulieren und argumentieren können. Wer viel schreibt, weiß, dass viele Argumente und Gedanken sich auch erst beim Aufschreiben sortieren. Deswegen fällt das Lernenden so schwer. Die Idee, das muss man nicht mehr lernen, weil es ChatGPT gibt, ist Quatsch. (NB ersetze ich um Gottes willen auch meinen Taschenrechner nicht durch ChatGPT!) Gute Texte kann man schreiben, wenn man lange Zeit viele schlechte Texte geschrieben hat. Klar, die Texte selbst, als Produkt, brauchen wir meist nicht (obwohl ich schon ca. ein Dutzend wissenschaftliche Artikel basierend auf studentischen Arbeiten aus BA/MA/BSc/MSc publiziert habe). Aber auch hier kommt der Bildungsauftrag rein: den Studierenden zu sagen "klar lass es doch einfach von ChatGPT schreiben, das ist genauso gut" wäre falsch und sendet das falsche Signal. Stattdessen sagt eine Regel, die Kennzeichnung verlangt "du musst dir schon Gedanken machen, wie du die Tools einsetzt, und das auch reflektieren und begründen können; und am Ende muss aller Text DEIN Text sein" 2/x
@MMagdowski Es gibt eine große Verlockung unter Studierenden, sich da einfach zu bedienen. Und auch wenn die Arbeiten kein Plagiat im formalen Sinne sind, sind die Gedanken und Argumentationen auch nicht von den Studis selbst. Leider habe ich das auch schon in empirischen Arbeiten erlebt, die viel Eigeninitiative der Studis erwarten. Auch diese Arbeiten müssen gut aufgeschrieben sein, die Daten allein sind keine Wissenschaft. Bisher habe ich eine Arbeit gehabt, die Art und Umfang der KI-Nutzung tabellarisch reflektiert hat, und sowohl Arbeit als auch Dokumentation waren sehr gut. Ich glaube, die Studentin hat dabei auch viel gelernt. Die Regelungen skizzieren unsere Erwartungen als Lehrende, und Studierende brauchen das, weil sie sich daran orientieren können. Und eine zusammenkopierte Arbeit kann meinen qualitativen Erwartungen nicht entsprechen, egal woher. Wenn ich aber sage, ihr müsst dokumentieren, was ihr genutzt habt und wie, dann kommuniziere ich damit auch, dass eben bestimmte Nutzung (Zusammenkopieren) offensichtlich nicht das ist, was ich als wissenschaftliche Abschlussarbeit erwarte. 3/
@MMagdowski Für meine Kolleg*innen, die gern (wenn KI-Nutzung überhaupt möglich sein soll) an jede Zeile eine Fußnote hätten, wo diese Idee herkommt und wie der Prompt war, habe ich aber immer noch kein gutes Argument. 4/4
@tschfflr Ich stimme mit sehr vielen Punkten deiner Argumentation überein, auch wenn bei uns in den Ingenieurwissenschaften bzw. vielleicht allgemein im MINT-Bereich mehr Wert auf Formeln, Daten, logische Stringenz und fachliche Korrektheit der Inhalte als auf deren Ausformulierung in "schöner" Textform gelegt wird.
Natürlich kann ich den Studierenden auch erklären, wie wichtig Schreiben zum Denken ist und dass ein Elektrofahrrad auf dem Hometrainer auch keinen Trainingseffekt bringt.

@tschfflr Trotzdem werden die Studierenden ein Elektrofahrrad auf dem Rollentrainer nutzen, wenn ich am Ende nur die gefahrene Strecke und Durchschnittsgeschwindigkeit messe.

Ich merke, fühle oder vermute hier und da, dass Studierende KI-Werkzeuge zum Schreiben nutzen, mal geschickt, mal eher ungeschickt.

Ich habe in jedem Fall keine Lust, KI-generierte Texte, die subtil unsinnig sind, lesen, korrigieren und bewerten zu müssen, kann aber eben nur Vermutungen anstellen.

@tschfflr

@tomkalei hat in seinem Vortrag "Studieren und Lehren trotz LLMs" vom letzten #TagDerLehre an der @uni-magdeburg.de

https://www.youtube.com/watch?v=2K7VjLhXSp4

so schön von

ai;dr

bzw. "AI generiert, did not read" gesprochen.

Dementsprechend wäre es schön, wenn wir an Universitäten bezüglich einer KI-Nutzung von einer Verbotskultur und Kontrollkultur hin zu einer Haltungskultur und Verantwortungskultur kommen würden.

Studieren und Lehren trotz LLMs

YouTube

@tschfflr @tomkalei @uni-magdeburg.de

Lehrpersonen hören auf, Studierende zu "verarschen", in dem sie sich Lehrmaterialien, Kurskonzepte, Skripte, Übungs- und Prüfungsaufgaben und dergleichen von der KI erzeugen lassen. Zumindest wird eine solche Vorgehensweise aktuell ganz gern noch glorifiziert.

Gleichzeitig hören Studierende auf, KI-Werkzeuge für Einreichungen, Lösungen, Abgaben und Abschlussarbeiten zu nutzen - einfach weil sich das nicht gehört.

@tschfflr @tomkalei @uni-magdeburg.de

Intern bzw. für eigene Prozesse kann jeder KI verwenden, so viel und so oft er oder sie möchte, aber bitte nicht im sozialen Prozess und bezüglich zu bewertenden Einreichungen zwischen Lehrperson und Student*in.

Eine solche Haltung zu etablieren, ist aber vermutlich sehr aufwendig.

@tschfflr @tomkalei @uni-magdeburg.de

Vielleicht sind auch einzig und allein die Bewertungen das Problem.

Wenn es einfach nur um das Lernen, die Kompetenzentwicklung und das Kompetenzerleben geht, dann betrügt man sich als Student*in natürlich die ganze Zeit selbst, wenn man ständig mit KI "schummelt" und Kompetenz vorgaukelt

Dann wird aber noch schwieriger, Studierenden am Ende ein reines "toll, dass du dabeigewesen bist und mitgemacht hast"-Zertifikat auszuhändigen.

@tschfflr @tomkalei @uni-magdeburg.de

Aber zurück zu deinen Posts. Was wäre denn dein Lösungsvorschlag? Dokumentieren? Reflektieren?

Eine Dokumentation oder Reflexion zur KI-Nutzung schreibt die KI doch auf Knopfdruck auch von selbst!

Mehr Schreibdidaktik und Schreibtraining? Das ist sicher eine gute Sache, aber viel Spaß dabei, dafür in einem 6-semestrigen Elektrotechnik-Bachelor neben allen Fachmodulen auch nur einen lumpigen Creditpoint im Curriculum freizuschaufeln.

@MMagdowski Naja, aber dafür ist eben eine Selbstverpflichtung das richtige Signal. Wie sonst soll der Haltungswechsel, den du dir wünschst, erreicht werden? Erwartungen an Studis und die Beziehung zu ihnen müssen klar formuliert sein. Wenn ich erwarte, nutzt das nicht in Abgaben, muss das auch irgendwo stehen.
Nebenbei unterrichte ich auch Ingenieur*innen und habe viele solche Arbeiten begutachtet. Dass “Zahlen für sich sprechen” halte ich für einen absoluten Mythos. Und sorry, aber die abwertende Gegenüberstellung von fachlicher Korrektheit und (bloßen, in Anführungszeichen) schönen Texten ist daneben.

@tschfflr

Natürlich sprechen Zahlen nicht für sich und rein prinzipiell halte ich z.B. ganz banal bei Textaufgaben auch einen Antwortsatz für sinnvoll. Wenn man z.B. 21 Kinder in 5 Gruppen aufteilt kommen da 4,2 Kinder pro Gruppe heraus.

Das ist mathematisch korrekt, aber nicht praktikabel, denn man möchte kein Kind zerteilen.

Spätenstens beim Antwortsatz zu dieser Rechnung sollte einem dann auffallen, dass 4 Kinder pro Gruppe sowie 1 zusätzliches Kind in einer der Gruppen besser passen.

@tschfflr

Trotzdem kann ich halt den besten und schönsten Text der Welt zu irgendeiner Theorie, Rechnung oder Messung schreiben.

Wenn die Theorie nicht stimmt, die Rechnung falsch oder die Messung fehlerhaft war, ist der "schöne" Text dazu auch nutzlos.

@tschfflr

Meine Erwartung gegenüber Studierenden wäre:

Nutzt KI nach eigenem Ermessen, aber nutzt sie eigenverantwortlich, geschickt, kritisch, reflektiert und umsichtig.

Mich interessiert nicht, welches Tool in welcher Version sie wann, wie und für welchen Zweck eingesetzt haben, es sei denn, es ist relevant für die Ergebnisse der Arbeit.

Die Verantwortung für die fachliche Richtigkeit, argumentative Schlüssigkeit und wissenschaftliche Qualität der Arbeit liegt aber immer bei ihnen selbst.

@MMagdowski Ja. Die Abwertung daran war deine implizite Erwartung, in den Geistes- und Sozialwissenschaften sei das irgendwie nicht so und ein schöner Text reiche aus.

@tschfflr

Ich habe keine Ahnung von Geistes- und Sozialwissenschaften.

@MMagdowski @uni-magdeburg.de Tja. In Physik darf man vllt auch den Taschenrechner benutzen, in Mathe nicht. Es muss begründet werden, eh klar. Aber diese Unterschiede müssen Studis aushalten. NB gibt es die auch innerhalb von Fakultäten und Fachbereichen. Bei mir im Institut gibt es Kolleg*innen, die selbst noch die Rechtschreibprüfung verbieten würden, wenn man sie ließe. Mit denen komme ich nicht zusammen. So ist es dann eben, wir haben Lehrfreiheit.