Angeregt von @aurora
https://zirk.us/@aurora/114419745475643890
mein Input:

Es war jahrzehntelang so, dass Filme gar keine #Untertitelung hatten, weder in großen Kinos noch im TV/ÖRR (3 große Sender), sie für mich wie für viele Kinder mit Hörbehinderung nur laufende Bilder waren ohne den Inhalt exakt zu kennen, ohne an bestimmten Handlungspointen mitlachen zu können. Es war ein 'Normalzustand'. Ich wuchs im Glauben auf, dass ich eben 'nicht mithalte' mit den anderen guthörenden Kindern.

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Aurora (@[email protected])

weil es in einem nicht untertitelten Kinofilm war und das auch noch mit hörenden Kindern. Und den Film witzig fand. (Nur zur Info: Es war jahrzehntelang komplett normal, dass Taube Menschen Kino nur ohne Untertitel besuchen konnten. Untertitel sind immer noch nicht die Regel. Und immer sind sie trotzdem gegangen.) 2/2

zirkus

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Ich wuchs mit dem Bewusstsein auf, dass Familie, Umgebung, mich als Kind, als Mensch einsortiert hatten, dass ich eben verzögert 'kapierte'.
Dass dies jedoch nicht aus Gründen 'kognitiver Beeinträchtigung' passiert, sondern aufgrund rein eines fehlenden akustischen Sinns - dies wurde damals (und wird auch heute generell noch) verwechselt. Es war in Familie und Freundeskreis ein zäher Lernprozess - und ich war darin das 'schwarze Schaf'.

#Hörbehinderung #Gehörlos

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In Filmen hatte ich dann auf anderes fokussiert: Körpersprache, Filmszenenschnitt, Kameratechnik oder mein Lieblings Filmgenre in frz./italienischen Filmproduktionen gefunden - nicht inhaltlich, aber in Schauspieldarstellungen (Slapstick): z.B. Louis de Funès, Adriano Celentano u.v.m.

Damals beliebte Kino Filme kannte ich inhaltlich nur aus Inhaltszusammenfassungen und Rezensionen.

Aurora (@[email protected])

weil es in einem nicht untertitelten Kinofilm war und das auch noch mit hörenden Kindern. Und den Film witzig fand. (Nur zur Info: Es war jahrzehntelang komplett normal, dass Taube Menschen Kino nur ohne Untertitel besuchen konnten. Untertitel sind immer noch nicht die Regel. Und immer sind sie trotzdem gegangen.) 2/2

zirkus

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Und dann entdeckte ich als Teen die kleinen Kiez Kinos, die aus Low-Budgetgründen nur Filme in Originalton mit dt. / engl. Untertitel hatten

oder dass in Nachbarländern (im Urlaub) wie in Skandinavien internationale Filme sowohl in Kinos wie TV mit engl. Untertitel gezeigt wurden. *
Es war dort für mich ein Zugang wie bei Alice Through the Looking-Glass.

* id 1980ern/90ern

Deutschland hat in der Nachkriegszeit, in den "goldenen" 1960ern viel in Synchronisation Produktionen investiert -

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das war sogar so ein Alleinstellungsmerkmal in der europäischen Filmbranche, wenn ich mich nicht täusche?

Alle andere europäischen Länder hatten die internationalen Filmklassiker lediglich mit Untertitel in die Kinos gebracht. Weil: wesentlich günstiger als eine synchronisierte Fassung.

P.S. Hatte meine norwegische Freund*innen beneidet um ihre Englischkenntnisse, die sie allein durch Hören von Film-Originalfassungen hatten. Gab ja keine Synchronisation in ihrer Landessprache.