Digitale Souveränität: Kalender, Todos, Notizen, Fotos usw. – Nextcloud

Viele Daten liegen “in der Cloud”, das heißt, auf x-beliebigen Servern, auf die Menschen Zugriff haben, die wir nicht kennen und wir auch nicht wissen, was mit diesen Daten dort tatsächlich passiert. Mit wem werden unsere Daten geteilt? Werden sie ausgewertet, für irgendwleche KI-Trainings verwendet? Oder werden die Daten an Versicherungen oder Banken verkauft? Wir wissen es nicht. Aber du kannst deine Situation relativ einfach verbessern …

Wie sich selbst schützen?

Willst du deine Daten vor fremden Zugriffen und missbräuchlichen Verwendungen schützen, dann musst du dir über einige Dinge im Klaren sein:

  • Wo immer du deine Daten platzierst, dann bei keinem Unternehmen, das seinen Sitz oder eine Zweigstelle in den USA hat. Denn dann kann das jeweilige Unternehmen von der US-Regierung zur Herausgabe derselben verpflichtet werden (Schlüsselwort Cloud Act). Eine Verschlüsselung der Daten hilft in diesem Fall auch nur, wenn du selbst für die Verschlüsselung sorgst. Bei der Nutzung von Services hast du keinerlei Informationen darüber, wie die Daten wirklich abgelegt sind.
  • Verwende europäische Dienste, z.B. EU-Hoster, welche die Daten auch tatsächlich innerhalb der EU ablegen, ohne wiederrum auf US-amerikanische Dienste zurückzugreifen. Das verhindert natürlich zwar noch immer keinen Missbrauch, die datenschutzrechtliche Grundlage sieht hier aber wesentlich besser aus.
  • Zu guter Letzt kannst du viele Dienste aber auch einfach selbst hosten. Damit ist allerdings Aufwand für Installation, Pflege und teilweise Hardware von Nöten. Zudem musst du dich mit Security, VPN usw. auseinander setzen.

Nextcloud als günstige und einfache Lösung

Wenn du nun Dienste wie Kalender, Todos, Filesharing und Filesycing, Mail, RSS-Reader usw. gegen eine datenschutzrechtlich unbedenkliche Variante tauschen möchtest, dann bietet sich Nextcloud an.

Nextcloud kannst du entweder selbst hosten (zum Beispiel auf einem Raspberry PI oder auf einem vielleicht bereits vorhandenen NAS) oder kostengünstig bei österreichischen oder deutschen Hostern. Nextcloud selbst ist Open Source, d.h. der Sourcecode liegt offen. Jeder kann den Sourcecode kontrollieren, aber auch daran mitarbeiten und einen Beitrag leisten.

Es gibt sehr viele Erweiterungen für Nextcloud. Dadurch ist es möglich, das System nach den eigenen Bedürfnissen einzurichten. Alle Daten werden auf der eigenen Nextcloud-Instanz abgelegt.

Es stehen zahlreiche mobile Apps zur Verfügung:

  • Nextcloud: Zugriff auf den Storage, Synchronisierung etc.
  • Nextcloud News: Client für den RSS-Reader
  • Nextcloud Task: Aufgabenverwaltung
  • Nextcloud Notizen: Verwaltung von Notizen

Innerhalb weniger Minuten ist ein Kalender eingerichtet und mit dem mobilen Gerät verbunden. Auf dieselbe einfache Art und Weise ist ein Kontakte-Sync einzurichten.

Mit Hilfe der Benutzerverwaltung können weitere Accounts angelegt werden. So ist es einfach, Daten und Informationen innerhalb einer Familie oder eines Teams zu teilen. So teilt man sich einen gemeinsamen Kalender, einen Projektplan, ein Haushaltsbuch oder einfach nur Fotos.

Ehe man sich versieht, laufen sehr viele Dienste über die eigene Nextcloud-Instanz. Erst dann realisiert man so richtig, wie sehr man bisher von diversen Diensten abhängig war und wie viele Daten/Informationen man nach außen gegeben hat.

In diesem Sinne empfehle ich eindeutig, einen Blick auf Nextcloud zu werfen. Viele Hoster bieten eine Instanz für 5 Euro im Monat mit monatlicher Kündigung an. Unter diesen Bedingungen ist mit einem Test nicht viel zu verlieren.

Wenn du auch auf Nextcloud umgestiegen bist, dann lass uns doch deine Erfahrungen wissen und hinterlasse uns einen Kommentar.

#Datenschutz

Nextcloud - Open source content collaboration platform

The most popular open source content collaboration platform for tens of millions of users at thousands of organizations across the globe

Nextcloud
@norbert ich betreiben seit über 5 Jahren eine eigene Nextcloud-Instanz bei mir zuhause.
Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, auch wenn nicht immer alles problemlos lief.
Für Neueinsteiger, die es selber hosten wollen, kann ich Nextcloud-AIO sehr ans Herz legen, denn da funktioniert vieles auf Anhieb deutlich schneller und ist wartungsärmer :)