Was @maxschrems hier zum Thema Erpressbarkeit & Abhängigkeit durch Big Tech Made in USA sagt, ist so wahr wie besorgniserregend: https://www.sueddeutsche.de/kultur/max-schrems-transatlantischer-datenverkehr-li.3226552
Europas Abhängigkeit von US-Clouds – Interview mit Datenschützer Max Schrems

Der Datenschützer Max Schrems über die Gefahren der Abhängigkeit europäischer Firmen und Regierungen von amerikanischen Cloud-Services.

Süddeutsche Zeitung
@kattascha @maxschrems Nun selbst schuld - gerade Email ist kein Hexenwerk und warum alle Welt unbedingt Google, MS usf. benutzt habe ich noch nie verstanden. Aber Typen wie Dieter Reiter als Oberbürgermeister von München wollten ja unbedingt Microsoft - warum auch immer - weil das wohl sowas wie eine Religion ist.

@ArnoldSchiller @kattascha @maxschrems Warum alle Welt MS nutzt: Weils halt pragmatisch ist. Mit dem Funktionsumfang und der Integration von Office, Teams und Outlook können freie Alternativen aktuell leider einfach nicht mithalten. Wenn wir wollen, dass sich freie Software durchsetzt, dann muss diese halt konkurrenzfähig sein.

Gerade der öffentliche Sektor hat dafür genug Ressourcen und den Bedarf. Dass Ämter auf MS bestehen, ist peak Stockholm-Syndrom.

@schaf @kattascha @maxschrems Libreoffice Thunderbird Jitsi MariaDB sind nicht sogut miteinander integriert, das ließe sich sicherlich mit einem Entwicklungsaufwand beheben, das würde aber Geld und Zeit kosten. Open Source ist eh schon unterfinanziert. Die Lizenzkosten für Microsoft dürften aber weit mehr kosten, sind aber eine stetige Einnahmequelle für MS woraus sich solche Entwicklungen finanzieren lassen.

@ArnoldSchiller @kattascha @maxschrems Der Großteil der weltweiten Wirtschaft kauft MS-Produkte statt mit weniger Aufwand FOSS weiterzuentwickeln. Sind einfach alle Firmen (also wirklich alle, nicht nur viele) wirtschaftliche Vollidioten?

Die Story "FOSS entwickeln ist günstiger als MS zu kaufen" hör ich seit meiner Schulzeit, und damals hab ich's auch geglaubt. Allerdings verstehe ich nicht, warum es dann nicht hundert konkurrenzfähige, günstigere Alternativen gibt.

@schaf FOSS ist schon im Einsatz - jeder der eine Fritzbox nutzt oder teils im Fernseher oder im Auto oder im Rückgabeautomat für Pfandflaschen. Wenn es aber um Officeendanwender-Benutzeroberflächen geht dann ist MS halt von den Benutzern quasi verlangt, weil wenn das nicht aussieht wie immer und kein Worddokument ist, dann bekommen viele Benutzer die Krise. Der Hauptgrund warum mein Sohn eine Windowskiste hat,sind die Lehrer die mit odt usf. nicht umgehen konnten als er vor 7 Jahren Linux hatte

@ArnoldSchiller Hab das Bingo fast voll.

Nein, das hat nichts mit "sieht aus wie immer" zu tun. Erstens sehen MS Produkte literally jede Woche anders aus, und zweitens sieht LibreOffice halt einfach aus wie Word in meiner Schulzeit. Vielleicht meinst du mit "sieht aus wie immer" sowas wie UX/UXD, was von FOSS Entwickler*innen seit eigentlich immer belächelt wird, gemeinsam mit den Nutzer*innen, die darauf angewiesen sind.

Sorry, aber die Gründe sind vielschichtiger als "die sind alle dumm".

@schaf Das Lehrer grundsätzlich dumm sind, möchte ich bezweifeln, die haben alle ihr Studium abgeschlossen bevor sie am Gymnasium unterrichten. Ändert aber nichts daran, dass mir der Supportaufwand zu hoch war, die Schule und die Lehrer benutzen halt Windows und das hat immer wieder zu einem Supportaufwand geführt., weil mein Kind Linux benutzte. Irgendwann habe ich die Schnauze voll gehabt und mich geschlagen gegeben.

@ArnoldSchiller Dass Schulen de facto MS Office vorschreiben, ist eine Katastrophe, in jeder Hinsicht. Dem pflichte ich gern bei. Ich werfe mich aber gern bereitwillig in die Schusslinie, wenn mit der Sturheit/Inkompetenz/Gewohnheit/You-name-it der Nutzenden argumentiert wird (ja, "dumm" war überspitzt).

MS hat halt leider doch viel richtig gemacht, und damit meine ich nicht den Vendor Lock-In. Was wir brauchen ist eine ernsthafte Konkurrenz und keine Belehrung/Erwartungshaltung ggü. Nutzenden.

@schaf Es gibt Entwickler für Apple, es gibt Entwickler Android und Entwickler für Microsoft - allen drei gemeinsam ist, dass sie eine IDE zum Zusammenklicken von Programmen bieten, die sich nahtlos in die Oberfläche einfügen.
Dann gibt es noch Programmierer, die im Zweifel mit vi ihren Programm selbst schreiben können. Die sind zumeist ignorant, was Benutzeroberflächen anbelangt. Das ist ein Problem.
@ArnoldSchiller Das ist ein interessanter Blickwinkel, aus dem ich das noch nicht betrachtet habe. Es braucht also wohl mehr als eine Institution, die Geld (und Devs) drauf wirft.
@schaf Du kannst dir ja mal die Webseiten von fähigen Köpfen wie Jutta Degener oder Carsten Bormann anschauen z.B. https://user.informatik.uni-bremen.de/cabo/pub.html - das Desinteresse springt einem in das Gesicht, das ändert nichts dran, das quasi fast auf jedem Computer und jedem Telefon deren Software von 1992 in fast unveränderter Form läuft. Die libgsm ist quasi fast überall mitdrin von ffmpeg bis diverseste Windowssoftware.
Carsten Bormann Publications