Ich habe gehört "Berufe, in denen viele Frauen arbeiten". Aber ich würde hier jetzt gerade das Thema Unterbezahlung von Berufen, in denen viele Frauen arbeiten und die weiblich konnotiert sind, höher gewichten als das Thema Normkritik in der Begriffswahl (die ich zu ziemlich allen anderen Zeitpunkten auch hochhalten würde).
Ich finde gut, dass Ver.di zum feministischen Kampftag und Equal Pay Day das Thema Geschlecht in der Unterbezahlung bestimmter Berufsgruppen adressiert.
Die Frage habe ich nicht ganz verstanden. Was meinst Du mit "der Lohnunterschied in den anderen Berufen liegt?" Meinst Du, dass da innerhalb der gleichen Berufsgruppe der Gender Pay Gap höher ist? Ja, das stimmt, der betrifft sehr viel stärker die Kontexte, in denen Löhne frei ausgehandelt werden, also die freie Wirtschaft.
Hier geht es darum, dass ganze Berufe, selbst nach Maßstäben, in denen Ausbildungsinvestitionen mitgerechnet werden, sehr viel schlechter bezahlt werden als andere mit ähnlichen Ausbildungsinvestitionen. Und rein zufällig entspricht das den Geschlechterverteilungen in den Berufen.
Wobei die Kausalität jetzt nicht nur Geschlecht ist, sondern zentral auch die Verknüpfung von Geschlecht mit Aufgabenteilungen und Gewichtungen im Kapitalismus und dass Berufe, die Mehrwert/Profit erwirtschaften, besser bezahlt werden als Care Berufe, deren Wichtigkeit immer wieder maximal symbolisch anerkannt wird (Applaus), aber nicht in Form von Geld, und dass sich das mit Geschlechterzuweisungen überschneidet. Aber Verhandlungsmacht, Status etc. spielen auch eine Rolle.