Heute ist der 4. März 2025.

Heute vor 59 Jahren, am 4. März 1966, kam es zu einer beispiellosen Landnahme im öffentlichem Raum.

In BVerwG, 04.03.1966 - IV C 2.65 hat der IV. Senat des Bundesverwaltungsgerichtes das Urteil der Stadt Bremen gegen den Laternenparker von Bremen zurück gewiesen.

https://research.wolterskluwer-online.de/document/3930ea95-b9c1-4512-b5d2-6fcb4132e516

Ein Bremer Kaufmann hatte unrechtmäßig sein Auto im öffentlichem Raum unter einer Straßenlaterne geparkt. Das war illegal, und er hat sich mit der Bremischen Polizei und der Verwaltung einen jahrelangen juristischen Kampf geliefert, bis das BVerwG diese Praxis vor 59 Jahren legalisiert hatte.

In Folge haben Autos unsere Städte erobert, den Menschen verdrängt und die Lebensqualität in menschlichen Ansiedlungen in Deutschland stark gemindert.

https://bibliothek.wzb.eu/artikel/2021/f-24377.pdf

Ein Bremer Kaufmann hatte seinen Kleinlastwagen, mangels eines geeigneten privaten Stellplatzes, abends und am Wochenende einfach am Straßenrand abgestellt und war deshalb mehrfach von den Bremer Ordnungskräften abgemahnt worden. Er tat es dennoch immer wieder, beendete also das nach Sicht des Bremer Senats illegale Abstellen seines Fahrzeugs keineswegs. Die Kontroverse dauerte beinahe zehn Jahre, bis schließlich das Bundesverwaltungsgericht dem Kaufmann recht gab. Es erlaubte das Parken von Autos auf öffentlichen Flächen.

Denn nur, wenn man sein Fahrzeug überall bequem abstellen kann, ist es ja ein
attraktives Fortbewegungsmittel, so die Argumentation des Gerichts.

Diesen letzten Satz muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, denn er ist die Ursache für 363000 Verletzte (davon 50000 schwer). Pro Jahr. In Deutschland.

Und der Enabler für eine Reihe Massenangriffen mit dem Auto als Tatwaffe auf Menschen in unseren Städten.

https://infosec.exchange/@isotopp/114099947080988902

Eine der wichtigsten Änderungen, die Deutschland braucht, ist ein deutschlandweites Default-Parkverbot im öffentlichen Raum. Wer ein Auto abstellen will, muß das auf Privatgrund tun, sich also einen Stellplatz kaufen oder bei einem Anbieter mieten–das kann meinetwegen auch die Gemeinde sein, die sich dann überlegen kann, wie sie ihre Öffentlichkeit gestalten will.

https://www.fr.de/meinung/gastbeitraege/kein-platz-fuer-blechbesetzt-die-oeffentlichen-raeume-91088135.html

Vor dem Hintergrund der Mordfahrt gestern dringender denn je.

@isotopp to be fair, das passiert zunehmend. so ist zB komplett Ludwigsburg parkraumbewirtschaftet, mit genau dem Argument, dass die KFZ-Besitzer diese Nutzung bisher geschenkt bekommen haben und dies nicht weiter für sich in Anspruch nehmen dürften.
@pangu @isotopp wobei man bei der Parkraumbewirtschaftung auch steuern kann, z.B. das erste Auto ist günstig, das zweite dann teurer, wenn es kein Kleinwagen ist, ab dem 3ten im Haushalt wird es dann halt richtig teuer. Übergroße SUVs erheblich teurer als normale PKW, etc...
Verbrenner teurer als E-Autos

@isotopp
Btw ist das mal wieder so nen Tellerrand Problem von Städtern. Aufm Dorf absolut sinnfrei. Da würde eine Gemeinde nix machen bzw. es würde in unendliche Bürokratie ausarten.

Auch mal ein Praxis-Beispiel hier aus der Stadt. Wohngebiet mit Spielstraße. Es gibt wenige öffentliche Parkplätze und im restlichen Bereich (viele "mögliche" Parkplätze) ist per se Parkverbot. Als Besucher jedes Mal ein Ärgernis. Die wenigen Parkplätze sind von Anwohnern zugestellt. Wo wird also geparkt?

@diabhoil

Weiß nicht, mich nervt das hier aufm Dorf eigentlich noch mehr, viele stellen ihr Auto auf die Straße, obwohl sie auf ihrem Grundstück genug Platz hätten.

@isotopp

@Starkimarm
Ich kenne das zur Genüge. Mich nerven die ganzen Autos überall.
Ich wohne hier so doof, wenn ich mal eine Fahrrad-Runde drehen will dann, habe ich kilometerweit nur Autos und Verkehr um mich herum. Und auch Elektroautos sind leider keine Lösung.

@isotopp