Klar, man kann "den Parteien" Vorwürfe machen. Und ja, dass Wahlversprechen nicht eingehalten oder vernachlässigt werden, gehört auch dazu. Trotzdem nervt mich das Gerede von den "nicht eingehaltenen Wahlversprechen", das man ständig medial um die Ohren gehauen bekommt. Ich befürchte, dass vielen Bürger*innen bis heute nicht klar ist, wie weit der Weg von der Formulierung parteipolitischer Ziele bis hin zu ihrer Umsetzung ist.
Und besonders in Zeiten von Mehrparteienkoalitionen muss man eben teils schmerzhafte Kompromisse eingehen und auch eigene Positionen opfern. Wer das nicht möchte, muss mit den - m.E. größeren - Nachteilen einer Konkurrenzdemokratie, wie es sie bspw. in GB gibt, leben.