Die potentielle Reichweite im Fediverse ist „jeder Mensch“ weil hier kein Login erzwungen wird, um einen Inhalt zu sehen. Jeder Kontakt hat eine direkte und ungestörte Verbindung zu euch persönlich, so wertvoll wie ein Newsletter-Abonnent, in dessen Postfach ihr landet.

Die potentielle Reichweite in algorithmisch-gesteuerten Netzwerken liegt nicht in eurer Hand, sie wird von den Besitzern der Plattform bestimmt und manipuliert. Mitnahme unmöglich.

🍏 Also vergleicht nicht Äpfel mit Birnen. 🍐

@Sascha Ich hab oft das Gefühl, dass es nicht um Reichweite geht sondern um Reichweite-KPIs.
@dentaku Ja, aber Social-Media-Verantwortliche machen es sich für mich zu einfach, wenn sie Daily Active User (DAU) hier und dort vergleichen. Hier muss niemand ein User sein um Active werden zu können. Darum finde ich den Vergleich schon falsch. :)
@Sascha Ja, es geht sogar noch weiter: der letzte Artikel zu dem Thema, den ich gelesen habe, hat z.B. kritisiert, dass es im Fediverse ja keine Zahlen dazu gäbe, wie oft ein Post angezeigt worden sei. Dadurch sei es praktisch unmöglich zu wissen, was denn nun die Reichweite sei.
@dentaku Exakt. Und ich hatte hier und da schon Postings, die 200fach geboostet wurden. Da glaube ich auch, dass die locker einmal das deutschprachige Fediverse durchquert haben. Wichtiger ist dann die Wirkungsmessung, wenn es z.B. um Links geht, da kann man feststellen, wie oft Artikel aufgerufen wurden. Das macht ja @mho vom Heise-Team immer wieder.
@Sascha Wenn ich Reden vom Balkon meines Hauses halte ist die potentielle Reichweite unendlich, denn schließlich hat jede*r die Möglichkeit sich das vom Bürgersteig aus anzuhören.
Jede*r der sich also in mein Dorf mit 700 Einwohner*innen verirrt während ich rede ist so wertvoll wie ein Newsletter-Abonnent, in dessen Postfach ich lande.
@korporal Ja, Äpfel und Birnen sind Obst und mein Gehirn steigt bei den Vergleichen jetzt auch wieder aus, bevor ich den Balkon auf den Mond verlege, den Bürgersteig in dein Wohnzimmer und die Newsletter-Abonnenten ja eigentlich Streamer*innen sind, die die Mondlandung im Fediverse gucken können, wenn sie wollen, was sie würden, wenn sie sich einloggen täten könnten. *wildes gefuchtel mit den händen* 😜

@Sascha

Der Sinn von gemeinwohldienlichem Social Media kann nicht darin bestehen, irgendwem Reichweite zu verschaffen sondern darin, digitale Räume bereitzustellen, in denen sich Menschen auf soziale Wahrheiten verständigen können, die sie in die Lage versetzen, ihr Zusammenleben erfolgreich zu gestalten.

Wir müssen aufhören, bei SM an Reichweite zu denken und anfangen an Verantwortung für die Gestaltung des gesellschaftlichen Diskurses zu denken.