Knappes Jahr lang gab es diesen Laden, mit dem schönen, aber auch erklärungsbedürftigen, Titel 'Toleranzraum'. Wenn offen war, sassen da manchmal ne handvoll Leute im mittleren Alter, die man wohl als mittelschichtig und leicht alternativ angehaucht beschreiben konnte, also völlig Durchschnitt eigentlich.
Eines Tages ging ich rein um zu fragen was es nun damit auf sich hat, wasfür #Toleranz ,Toleranz mit wem oder was;

#Fensterfreitag #kleinstadt #gesellschaft #schwäbischgmünd

aus den Auslagen im Fenster oder Inventar im Raum war es nicht ersichtlich. Die Kaffeemaschine war offensichtlich das wichtigste Mobiliar. Ne kleine Pinnwand zeigte irgendwelche Flyer die irgendwo hängen könnten, und in jedem Cafe der Stadt wohl hängen. Auf der Fensterbank sehr schmale Zettelhefter worin sehr ungefähr irgendwelche kulturelle Zusammenarbeit, Diskussionen, Vorträge ausgelobt wurde, bzw.die Absicht dazu. Das alles kam mir ein bisschen konspirativ vor.
Ich sprach eine Frau an, die gerade stand. Ich weiss nicht ob sie meine Frage verstanden hatte; kann sein dass ich vor lauter Planlosigkeit auch gar keine klare Frage formulierte.
Ihre Antwort verstand ich jedenfalls auch nicht, einzelne Worte konnte ich zu keinem zusammenhängenden Sinn ordnen, als würde sie nur vor sich hin brabbeln, ich verstand sie nicht.
Ich fragte schließlich ob es eine Broschüre oder Programm gäbe. Das solle erst zusammengestellt werden in so einem Zettelheft, und
wenn ich das recht verstand, solle man so ein Heft aber auch nur als Mitglied bekommen.
Ich gab nun weitere Versuche um Klarheit auf. Es war scheints kein Ort für Alle beabsichtigt, kein #dritterRaum der wirklich einen offenen Treffpunkt hätte bieten können. Es ist anzunehmen dass hier Toleranz nur für das eigene Anliegen eingefordert werden sollte.
Es gibt den Laden nicht mehr, die Moden solcher partikulären Anliegen wechseln schnell.
- ...
Was die Leiter jetzt soll? Ich fordere Toleranz ein.