Immer mehr Forschungsprojekte haben #ELSI Arbeitspakete – Ethische, Legale und Soziale Implikationen. Eigentlich wünschenswert, in der Realität finde ich es allerdings schlecht umgesetzt. Im Gegensatz zu legalen Implikationen können soziale und ethische Implikationen zwar angemerkt und kritisiert werden, aber das hat prinzipiell keine Bedeutung. Niemand muss diese Handlungsempfehlungen umsetzen. Daher wirkt es oft wie ein Feigenblatt, was die echte Relevanz von #Ethik verwässert und untergräbt.
Hinzukommt die Verknüpfung der drei Themen ethische, legale und soziale Implikationen. Alles in einem Topf – ist ja eh alles irgendwie das gleiche. Echte ethische Implikationen zu formulieren kann sehr schwierig sein, fernab des eigentlichen Forschungsgegenstandes. Ethische Implikationen werden häufig, im Gegensatz zu legalen Rahmenlinien, als #Kritik aufgefasst. Wenn wirklich kritische Dinge gesagt werden, fühlen sich andere persönlich angegriffen.
Klar, niemand möchte „#unethisch“ sein. Aber genauso möchte sich ja auch niemand ungesetzlich verhalten. Daher gibt es Jurist*innen, die dann mittels ihrer Expertise beurteilen, ob man sich mit seinen Handlungen evtl. außerhalb des rechtlichen Rahmens bewegt. Niemand denkt, dass diese Jurist*innen einem per se Ungesetzlichkeit unterstellen. Warum also bei den Ethiker*innen? Warum sorgt unsere #Kritik dafür, dass man sich eher angegriffen fühlt, statt z. B. den Handlungsempfehlungen zu folgen?