Kurzer Rant über Unis und #Lehramtsausbildung: erziehungswiss. Influencerin behauptet im SPON-Interview einerseits, das dt. Bildungssystem verändere sich viel zu langsam und hat damit sicherlich recht. Dann aber meint sie, wir sollten Studierenden, die den Beruf ergreifen, nur noch das beibringen, was sie für ihren späteren Beruf brauchen, damit das Studium attraktiver werde. Die Crux: 1/
Wie sollen aber Menschen, denen man wissenschaftliches Denken nicht beigebracht hat, später das System zum besseren hin verändern helfen? Davon abgesehen, dass selbst der deutsche Schulunterricht im Jahr 2070, wenn die heute zwanzigjährigen langsam an die Pension denken dürfen, andere Kompetenzen verlangen wird, als sich das die Dozentin in EW in den 30ern heute ausmalen kann. 2/3 Kurz:

DIE UNIVERSITÄT IST KEINE BERUFSBILDENDE ANSTALT UND DAFÜR WIRD SIE VON DER GESELLSCHAFT AUCH NICHT GEBRAUCHT.*

*Sorry, das musste mal 'raus. 3/3

@stefan_hessbrueggen Außer ggf. in Medizin und Jura
@quantensalat gute Ärzt:innen können Studien lesen und verstehen, um die beste Behandlung für ihre Patient:innen auszuwählen. Jurist:innen, so hört man, *schreiben* sogar gelegentlich Gesetze. Auch das setzt nicht nur statisches Wissen, sondern die Fähigkeit, sich neues Wissen anzueignen, voraus. Ich verstehe, was Du meinst, und häufig genug absolvieren Studierende ihr Studium auch so, aber imho war das eigentlich mal nicht so gedacht. :)

@stefan_hessbrueggen Will ich nicht bezweifeln!

Ich selbst bin ein extremes Gegenbeispiel weil ich in Physik promoviert und veröffentlicht habe bevor ich ins Lehramt ging. Ich würde nie wagen zu behaupten dass das notwendig sei um ein guter Physiklehrer zu sein, aber so eine reduzierte auf Abistoff gestutzte Ausbildung wäre eine Katastrophe.

Selbst fand ich in der Schule immer jene Lehrer inspirierend (nicht nur, aber im besonderen Maß in Physik) die mal über den Schulhorizont hinaus geblickt und irgendwie auf dem Gebiet gearbeitet haben.