Musikalisch überzeugend: Verdis „La forza del destino“ am Aalto-Musiktheater Essen
Detlef Obens
[caption id="attachment_29392" align="alignleft" width="300"] Aalto Musiktheater Essen/LA FORZA DEL DESTINO/Foto: Alvise Predieri[/caption]

Giuseppe Verdis 1862 in St. Petersburg uraufgeführte und mit verändertem Libretto dann 1869 erstmalig in der Mailänder Scala gespielten Oper La forza del destino (Die Macht des Schicksals) ist eine mit herrlichster Musik erzählte Liebesgeschichte, die in Zeiten von Krieg und Verzweiflung – und zwischen Schlachtfeld und klösterlicher Abgeschiedenheit – ein für Verdi so unnachahmlich tragisches Ende findet. In Essen feierte Verdis Meisterwerk am gestrigen Abend seine Premiere. Das Premierenpublikum im gut besuchten, aber nicht ausverkauften, Haus war allerdings zwiegespalten: viel Applaus und Jubel für die teils überragend guten sängerischen Leistungen, für den auftrumpfenden Chor des Aalto-Theaters und besonders für die glänzend aufspielenden Essener Philharmoniker unter ihrem GMD Andrea Sanguineti, der Verdis Komposition so leidenschaftlich und gefühlvoll dirigierte. Aber auch deutliche Buhrufe und Unverständnis für das Regieteam um Sláva Daubnerová, die zwar einerseits manch eindrücklich-schöne Bilder auf der Bühne schuf, aber andererseits dieser Oper ein zu Viel an martialischen Deutungen aufstülpte und dadurch dem emotionalen Kern der Oper, – eben der unerfüllten Sehnsucht zweier Menschen nach erfüllender Liebe-, zu wenig Raum gab. Denn gerade diese Oper ist voll von emotionaler Wucht und Qualität, die musikalisch zu Tränen rühren kann. Die das Herz des Opernfans umfasst. Das sollte genutzt und zugelassen werden. Denn das ist nun mal Verdi. In all seiner musikalischen Größe. (Rezension der Premiere vom 9. November 2024) […]

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Musikalisch überzeugend: Verdis "La forza del Destino" am Aalto-Musiktheater Essen – DAS OPERNMAGAZIN

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