Trotz #Gehaltsverhandlung werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Anhand von experimentbasierter Forschung zeigt das #PaperderWoche von Bowles H. R., Babcock L. und Lai L., dass Frauen und Männer nicht die gleichen Chancen haben. 1/
Die Autorinnen untersuchen anhand von vier Experimenten, ob Frauen und Männer in Verhandlungssituationen die gleichen Chancen haben. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren, wie zum Beispiel soziale Kosten und wahrgenommene Eigenschaften, Unterschiede verursachen. 2/
In den Experimenten bekommen die Befragten Transkripte und Videos von #Lohnverhandlungen, die sie bewerten sollen. Dabei nehmen sie sowohl die Rolle von Arbeitgeber:innen als auch Arbeitnehmer:innen ein. Anhand dieser werden geschlechtsspezifische Auswirkungen analysiert. 3/
Experiment 1: Die Befragten bewerten eine Stellenbewerbung (CV und Gesprächsnotizen). Ein Teil der Bewerber:innen fragt nach einer höheren Entlohnung. Dabei soll festgestellt werden, ob Frauen weniger eingestellt werden als Männer, wenn sie um einen höheren #Lohn fragen. 4/
Das erste Experiment zeigt, dass der Effekt der Frage nach einem höheren Lohn sowohl bei Frauen als auch Männern einen negativen Einfluss auf die Einstellung hatte. Doch der negative Einfluss war bei den Frauen mehr als doppelt so groß wie bei den Männern. 5/
Experiment 2: Die Befragten bewerten ein Vorstellungsgespräch mittels eines Transkripts. Aus einer Senior Management Position sollen sie überlegen, ob sie mit der bewerbenden Person zusammenarbeiten wollen. Ein Teil davon versucht, über einen höheren Lohn zu verhandeln. 6/
Die Ergebnisse zeigen, dass der Versuch zu verhandeln von männlichen Bewerbern keine Auswirkung auf die Bereitschaft der Zusammenarbeit hat. Bei weiblichen Bewerberinnen aber sehr wohl. Die Autorinnen untersuchen die dafür zugrunde liegenden Einflussfaktoren. 7/
Dabei zeigte sich, dass die wahrgenommene Nettigkeit und Anspruchshaltung ausschlaggebend, für die negative Bewertung bei Frauen waren. Bewerberinnen, die ihren Lohn verhandeln, wurden weniger freundlich und übermäßig anspruchsvoll empfunden als ihre Mitbewerberinnen. 8/
Experiment 3: Die Befragten befanden sich in dem gleichen Setting wie beim zweiten Experiment. Jedoch mit der Ausnahme, dass die Befragten die Bewerber:innen mittels einer Videoaufnahme des Bewerbungsgespräches bewerteten. 9/
Das Experiment zeigt, dass weibliche Befragte sowohl männliche als auch weibliche Bewerber:innen, die eine Lohnverhandlung versuchten, negativer bewerteten. Waren die Befragten männlich, so wurden weibliche lohnverhandelnde Bewerberinnen negativer bewertet. 10/
Experiment 4: Die Befragten sollten nun die Position der Bewerber:innen im Vorstellungsgespräch einnehmen. Dabei hatten sie die Möglichkeit, bei der Frage nach dem Gehalt nachzuhaken oder nicht. Die Befragten bewarben sich bei weiblichen und männlichen Senior Manager:innen. 11/
Das Experiment zeigte: Bei einem männlichen Senior Manager ergriffen weniger weibliche Befragte die Möglichkeit, nach dem Gehalt zu fragen, als männliche Befragte. Bei einer weiblichen Senior Managerin war dieser Unterschied zwischen den Befragten sehr gering. 12/
Auch hier untersuchten die Autorinnen die zugrunde liegenden Einflussfaktoren. Dabei stellte sich heraus, dass bei weiblichen Befragten die Nervosität höher war, wenn sie mit einer männlichen Person verhandeln sollten als mit einer weiblichen. 13/
Die Analyse zeigt, dass geschlechtsspezifische Auswirkungen auf die Neigung zur Lohnverhandlung bedingt sind durch die unterschiedliche Behandlung von Männern und Frauen. Und nicht, wie oft vermutet, durch Unterschiede in der Persönlichkeit. 14/
Die Conclusio: In vielen Unternehmen sind vor allem Männer Chefs, die dadurch die Macht über Aufstiegschancen und höhere #Löhne von Frauen haben. Doch oft bestrafen männliche Chefs lohnverhandelnde Frauen stärker, da sie als nicht so "nett" und fordernd wahrgenommen werden. 15/
Social incentives for gender differences in the propensity to initiate negotiations: Sometimes it does hurt to ask

Four experiments show that gender differences in the propensity to initiate negotiations may be explained by differential treatment of men and women w…