An der Fakultät Elektrotechnik der Hochschule Kempten arbeiten zwei Professoren mit ihren Student*innen am Aufbau, Weiterentwicklung und Validierung des #OpenBikeSensor​s. Davon und auch den Erkenntnissen aus den Testfahrten berichtet der BR. Fazit: "Bis zu 2/3 der Autofahrer überholen zu eng". Unmöglich da mal einen Tag Rad zufahren ohne gefährdet zu werden.

Allerdings: die Infrastruktur und damit Planung und Genehmigung von Straßen tragen wesentlich dazu bei.

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🔗https://www.br.de/nachrichten/bayern/studie-grossteil-der-autos-ueberholt-radler-zu-eng,USCuNRC

Studie: Großteil der Autos überholt Radler zu eng

Teilweise unter 50 cm Abstand: Autofahrer überholen Radfahrer oft zu dicht. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hochschule Kempten, für die Studierende durch drei Städte geradelt sind. Dabei sind auch Radfahrschutzstreifen ein Problem.

BR24

Die irreführend als #Schutzstreifen benannten schmalen Bereiche am Straßenrand stehen im Zusammenhang mit auffällig engen Überholvorgangen, den wir damals auch schon in Stuttgart mit OBS-Messungen nachweisen konnten. Schutzstreifen schützen nicht, sondern verleiten zu besonders gefährlichen Fahrmanövern. Sowohl im Auto als auch auf dem Rad.

Autofahrende verstehen, es gäbe zwei von einander getrennte Fahrbahnen, wodurch sie sicher an Radfahrenden vorbei fahren könnten. ...
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Tatsächlich aber gelten Schutzstreifen als Teil einer Fahrbahn, die sich Auto- und Radvekehr teilen. Die Schutzstreifen sind ein Angebot an Radfahrende, das diese nicht mal nutzen müssen - aber dieser Zwang wird von den meisten Verkehrsteilnehmenden so verstanden. Das führt wiederum dazu, dass Radfahrende gefährlich eng entlang von abgestellten Autos in der Dooringzone fahren.

@footils hat dazu über einen tragischen Fall aus Köln geschrieben:
https://social.cologne/@footils/112949679586655283

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Frank (@[email protected])

Attached: 1 image Schwerer #Dooring-Unfall in @koeln Radfahrer auf dem "#Schutzstreifen" an der Straße "Unter Linden" unterwegs, als der Autofahrer die Fahrertür seines geparkten Wagens öffnete. Diese Straße führt durch "Deutschlands größtes Neubaugebiet Prima Colonia". Platz für geschützte #Radwege hätte es gegeben. Aber die Investoren ließen nur etwas Farbe auf die Autofahrbahn kleckern, sodass Radfahrende sich in die Gefahrenzone zwischen stehende und fahrende Autos klemmen müssen. https://polizei.nrw/presse/autotuer-geoeffnet-pedelec-fahrer-bei-dooring-unfall-schwer-verletzt

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Lassen sich Schutzstreifen auch sicher anlegen?

Ja. Aber! In Deutschland eher nicht. Oder erst nachdem ein kultureller Wandel stattgefunden hat, der über die Verkehrsplanung hinaus wirken muss.

Ich kenne Konstruktionen aus den Niederlanden und Dänemark, die ähnlich zum deutschen Konzept sind, aber sich in zwei wesentlichen Faktoren von ihm unterscheiden:

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@thijs_lucas
Die Niederlande haben an den meisten Stellen eine sehr gute Fahrradinfrastruktur.

Ich bin aber an kleinen Überlandstraßen auch 30cm rot als Fahrradstreifen angemalten Straßenrand geradelt. Überholanstand 20cm ... war jetzt auch nicht soo überzeugend.

(Zugegeben, meistens war es bessere Infrastruktur, aber perfekt sind die Niederlande auch nicht)

@bergamlaimerin @thijs_lucas

Jep. Gleiche Erfahrung.

In den NL Tonnenweise Autoprolls angetroffen, sobald man mal die Infrastruktur verlässt. Gefahren: Rotterdam→Nordhorn D

Dänemark ebenfalls. Gefahren:
Helsingør→Gedser.

Schweden und Finnland fand ich auch nicht prickelnd.

Was die NL und DK mE am besten zeigen: Gute Radinfrastruktur ist die Lösung. Vehicular Cycling wird nie sicher sein, solange Menschen am Steuer der Autos sind.

#motorisiertegewalt #vehicularcycling #radinfrastruktur

@bergamlaimerin @thijs_lucas

Ergänzen muss ich noch:

Speziell in den NL gibt es trotzdem auch jenseits der Radinfrastruktur hierarchisches Design, was die allgemeine Sicherheit erhöht.

In DK ist das rarer. Eine solche Poller-Massnahme, wie von Thijs gezeigt, habe ich zB nicht angetroffen. Dennoch macht sich auch DK wesentlich mehr Gedanken, als D.

@ucf "D" und "DE" im letzten Satz verstehe ich nicht.