6600 Kilometer neue Bahnstrecke - in China innerhalb von nur 5 Fahrttagen eingesammelt. Dagegen wirkt die früher gefahrene Shinkansen-Strecke von Tokio nach Kyoto überschaubar. In den nächsten Tagen (und Wochen) gibts ein paar Bilder und Eindrücke von meiner China-Reise in diesem August.
Die Reiseroute Shanghai - Beijing - Chongqing - Shanghai - Küste - Guangzhou - Guilin.
Im Bild einer der Premium-Züge: G20 - mit 350 km/h in 4 1/2 Stunden die 1300 km von Shanghai nach Beijing.
Der erste Kontakt mit dem Fernverkehr: Auszüge der Abfahrtsliste von Shanghai Hongqiao. Der gebuchte Zug steht natürlich noch nicht dran. Gut, wenn man Zugnummer und Abfahrtszeit kennt.
Und dann den Massen hinterher. Nach rechts oder links, ein paar Rolltreppen hoch, die alle gleichgerichtet sind und dann erst mal Identitätscheck und Durchleuchtung.
Zwei Sprühflaschen durfte ich dann abgeben, weil das nicht erlaubt ist: mein Deo und Rasierschaum. Im Flugzeug war das noch kein Problem...
Das Personal hatte sichtbar Schwierigkeiten die konfiszierten Dinge auf der vorgegebenen Touchscreen-Auswahlliste auszuwählen.
#ShanghaiHongqiao ist eine der riesigen Stationen im Hochgeschwindigkeitsnetz. Als der Bau Ende der 2000er Jahre begann, wirkten diese Bahnhöfe überdimensioniert. Aber wenn man mit den eigenen Augen den kontinuierlichen Strom an Leuten sieht, die hier ankommen, dann merkt man, dass die Dimensionen in China anders sind.
Über dem Fahrkartenschalter sieht man, wie viele Tickets es für die Züge in den nächsten Tagen noch gibt. Am Fahrkartenschalter gab es dann auch die Info, wo unsere Sitzplätze sind.
Den Ticket-Ausdruck braucht man aber fürs Bahnfahren nicht. Kontrolliert wird nur der Reisepass beim Check-In und Check-Out. Im Zug gilt für alle sitzenden Fahrgäste eine Art Komfort-Check-In. Kontrolliert werden nur Stehplatz-Tickets, die in gewisser Menge bei ausgebuchten Zügen verkauft werden.
Die Flaggschiffzüge Shanghai-Beijing (350 km/h) fahren vom Hausbahnsteig in #ShanghaiHongqiao, der eine ehrenvolle Premiumbreite aufweist.
Der Fuxing CR-400AF-B hat wie alle Züge in der zweiten Klasse eine 3+2 Bestuhlung.
Während der Fahrt kümmert sich eine Armada von Personal um die Qualität im Zug. Einer rückt das Gepäck auf den Ablagen gerade, die Reinigungskräfte sammeln regelmäßig den Müll ein, wischen den Gang feucht und kümmern sich um die Toiletten. Per Handy werden die Sitzplätze auf Belegung geprüft.
Der Zug ist immer bis zum letzten Platz voll. Steigt einer aus, kommt auch schon jemand neues.
@doppelspurinsel Aus persönlichem Interesse, kann ich dort als "Außenstehender" irgendwie Einfluss auf den zu reservierenden Sitzplatz nehmen?
@wrzlbrnft Man kann Präferenzen festlegen, ob man am Fenster, in der Mitte oder am Gang sitzen möchte. Aber welcher Wagen es dann wird und wo konkret, entscheidet der schlaue Algorithmus.
@doppelspurinsel Also SNCF-Style. 😩 Und wer nicht am richtigen Platz sitzt, wird aus dem Zug katapultiert?
@wrzlbrnft Darum kümmern sich schon die anderen Fahrgäste.😆
@doppelspurinsel Ist 1. Klasse (oder vergleichbares) denn auch so gut gefüllt? Ich vermute, ja.
@wrzlbrnft Ja, auch bis zum letzten Platz besetzt. Eine Fahrt haben wir damit gemacht, aber da war es gefühlt lauter, weil da mehr Familien drin waren. Die saßen auch gut verteilt und sind daher ab und zu durch den Wagen gelaufen um sich zu sehen.
@doppelspurinsel Chinesisches HGV-Netz abfahren dürfte zu einer meiner schwierigsten Streckensammelübungen überhaupt werden.