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Was machst du jetzt?

@Volksverpetzer
Unsere Großeltern waren, zum Zeitpunkt der Machtergreifung der NS, bestenfalls Kinder. Die hätten gar nichts tun können.

Mein Großvater war Gewerkschafter seit dem Kaiserreich. Am Tag der "Machtergreifung" kommentierte er: "Das gibt Krieg." Als Hauer schwang er in der Waschkaue entsprechende Reden, bis ihm glaubhaft mit KZ gedroht wurde. Er hatte drei Kinder und hielt danach die Klappe. Später, im Krieg, verlangte er von seiner Frau, ihm zwei Dubbels mehr in die Brotdose zu geben, er werde nicht mehr satt. Die russischen Zwangsarbeiter wollten bevorzugt mit ihm arbeiten.

Er ist mir Vorbild.

@GOK @Volksverpetzer

@dj3ei Sowas wurde leider auch nie richtig unterrichtet. Weiß fast niemand.

Mein Opa war Werksmeister bei IG Farben in Höchst und hatte die Aufsicht über eine ganze Gruppe von Zwangsarbeitern. Damit sie Pause machen konnten (verboten) baute er aus leeren Fässern eine Frühstücksbude für sie und brachte im Einmachkessel Gemüsesuppe von zu Hause mit (auch verboten). Kurz vor Kriegsende wurde er von so einem Eifrigen verpfiffen und wurde nur durch ein "kriegswichtig" von der IG vorm Knast bewahrt.

Hungernden Kriegsgefangenen Essen zu verschaffen war m.W. als "Kollaboration mit dem Feind" mit der Todesstrafe bedroht damals.

@dozykraut

@dj3ei Diese Zwangsarbeiter, bei meinem Opa waren es Polen, waren ja rechtlich "Leiharbeiter" von der SS. Da gab es ganz konkrete Anweisungen, wie mit denen zu verfahren war. Keine Pausen, Wassersuppe etc. Mein Opa hat mir mal so einen Wisch von der SS gezeigt. Deutsches Beamtentum vom Feinsten 🤮