Kameradschaft im Geiste: Walter Lübckes Mörder bei Höcke in Thüringen.

Seit 2016 pilgerte Stephan Ernst Björn Höcke hinterher, bewaffnete sich und begann Schießtrainings.

Nach mindestens drei Besuchen von Höcke-Auftritten war nach Ernsts Angaben für den Entschluss zum Mord an Walter Lübcke der Neonazi-Großaufmarsch am 1. September 2018 in Chemnitz ausschlaggebend.

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Kameradschaft im Geiste: Walter Lübckes Mörder bei Höcke in Thüringen | Rechercheportal Jena-SHK

1. Mai 2017 Erfurt

Unmittelbar neben einer Thüringer IB-Gruppe fanden sich am 1. Mai 2017 in Erfurt weitere Fans von Höckes konsequentem NS-Kurs ein, die extra aus dem Kasseler Umland angereist waren: Markus Hartmann und Stephan Ernst.

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28. Januar 2018 Erfurt

Für den 28.1.2018 mobilisierte die AfD zur Kundgebung auf den Erfurter Domplatz. Hauptredner Björn Höcke ging es in seiner Rede wie immer kaum um Soziales, sondern viel mehr um zugespitzte rassistische Hetze und Weltuntergangsmythen.

Schon lange vor der erfolgreichen Setzung des Begriffs „Remigration“ versprach Höcke die Deportation von einer Million Menschen. Im Publikum stand auch an diesem Tag wieder das passende Publikum für diese Hetze:

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IB, in NPD- und Reichsbürger-Netzwerken aktive Shoa-Leugner, Thügida & Neonazi-Schläger. Aus Eisenach waren Leon Ringl und Kevin Noeske vor Ort, die ein Jahr später die Terrorgruppe „Knockout 51“ gründen. Mittendrin standen auch dieses Mal Stephan Ernst und Markus Hartmann.

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1. Mai 2018 Eisenach

Am 25.4. war Höckes Auftritt als blau-brauner Trittbrettfahrer bei den protestierenden Opel-Beschäftigten in ikonischen Bildern gemündet, wie er von IG-Metaller*innen davongejagt wird.

Entgegen ihrer eigenen offenkundigen Klasseninteressen als Arbeiter beklatschten die Neonazis Stephan Ernst und Markus Hartmann am 1. Mai 2018 in Eisenach erneut Björn Höcke.

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1. September 2018 Chemnitz

Nach pogromartige Angriffe auf rassifizierte Menschen riefen zum 1. September weite Teile der AfD gemeinsam mit Pegida und der Chemnitzer Neonazi-Wahlliste „Pro Chemnitz“ zu einem vorgeblichen „Trauermarsch“ auf.

In der Menge befand sich auch eine Abordnung der AfD aus Kassel und Umland, mit der Stephan Ernst und Markus Hartmann angereist waren.

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Von Sarrazin bis Höcke – Wer von Untergang schwadroniert, befeuert rechten Terror

Nun sollten wir der restlichen Parteienlandschaft nicht den Gefallen tun, sie von der Kritik an rassistischer Hetze auszunehmen. Die Pogrome von Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und anderswo basierten auf einem gesamtgesellschaftlich mitgetragenen Rassismus.

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SPD und CDU entschieden sich Ende 1992 dafür, die von der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ beklatschten massenhaften Mordanschläge auf Geflüchtete und ehemalige DDR-Vertragsarbeiter*innen zu adeln, indem das Grundrecht auf Asyl abgeschafft wurde.

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Wir haben auch nicht vergessen, dass es mit Thilo Sarrazin ein Sozialdemokrat vollbrachte, in den 2010er Jahren im bürgerlichen Spektrum biologistisch-rassistische Thesen zu setzen, die einen Diskursraum eröffneten, den erst später Pegida und AfD als politische Bewegungen besetzen sollten.

Natürlich gibt es qualitative Unterschiede zwischen der AfD und den restlichen Parteien, die nicht verwischt werden sollten.

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@recherche_jena Wir vergessen auch nicht die Stoiberismen der 90er, mit denen die CSU überhaupt erst die Rede von der "Asylflut" in den Mainstream brachte. Zusammen mit Berlusconi.