Ich kann aufgeputschte Free-Palestine-Trullas ohne Anti-Hamas Schilder in etwa so ernst nehmen, wie exaltiert hüpfende Querdenker*innen, die mit Nazis für Durchseuchung und gegen Naturgesetze auf die Straße gehen, um ein Zeichen für Freiheit und Demokratie zu setzen. Funfact: es sind oft die selben.

Wenn du eine Pro-Israel Demo siehst, nimmst du die Leute dann ernst auch wenn sie keine Anti-Netanyahu, Anti-IDF oder Anti-Kriegsverbrechen Schilder haben? Ja, selbstverständlich, jeder sollte diese Menschen und ihr Leid auf das sie aufmerksam machen wollen ernst nehmen, egal unter welcher Regierung sie leben.

Ich finde es komisch (und ehrlich gesagt ablenkend) bei einem Konflikt spezifisch alle Leute welche über ein Thema reden sofort in eine Schublade zu stecken und von ihnen zu erwarten eine andere Sache anzusprechen, bevor du die vollkommen legitime eigentlich geäußerte Meinung Ernst nimmst und behandelst.

Stell dir vor Israelis möchten über das Leid der Zivilist:Innen sprechen welche von der Hamas entführt oder ermordet wurden, doch du kommst und sagst „aber ihr wisst schon das die Regierung Kriegsverbrechen begeht und ihr solltet euch davon distanzieren und...” — das hat mit der Thematik nichts zu tun. Das erste was man zeigt und zeigen sollte ist Verständnis. Verständnis für die Trauer um ziviles Leid, der Tod einer Schwester, eines Vaters, eines Bruders, eines Geliebten ist wahrscheinlich das menschlichste was man zeigen kann.

Doch es wird lieber die Debatte komplett umgedreht. In einem allumfänglichen Thema, einer öffentlichen Debatte, oder einer Stellungnahme muss man Differenzierung fordern, diese findest du auch von einer Demoleitung öffentlich geschrieben. Wenn du die Demoteilnehmende fragst werden sie dir eine sehr klare Analyse der Schrecken der Hamas liefern und wieso ihre „Arbeit” sowie Ansichten keineswegs dem Palästinensischen Volk hilft, neben dem Fakt das es diesem sowie der Israelischen Bevölkerung massiv und brutalst schadet.

Doch es muss den Raum geben auf ein Problem aufmerksam zu machen ohne dabei direkt vorverurteilt zu werden wie von dir, denn solche Standards werden bei keinem anderen Konflikt oder keiner anderen Seite angewandt und das ist heuchlerisch.

@ErikUden Was wird das? Die Entschuldigung der radikalen Schlichtheit der einen durch die Fokussierung der anderen? Man kann schlechterdings nicht für Frieden in der Region und zeitgleich nicht gegen die Kriegstreiber auf allen Seiten sein. Aber man kann durchaus nur sein Leid beklagen ohne sich zeitgleich von allem distanzieren zu müssen. Nur das tun gute Teile der Free-Palestine-Aktivisten halt ebensowenig, wie orthodoxe Radikale oder die bestenfalls halblegale Siedlerbewegung.
@GuidoKuehn Netter Versuch, vergebene Liebesmüh'. Als Erik Uden sich vor Greta Thunbergs Parolen stellte und meinte, dass man ihr die Nähe zu radikalen Hamas-Verharmlosern nur zuschieben würde und ich ihn darauf hinwies, dass sie in Leipzig mit einer Organisation auftrat, welche das Massaker vom 7. Oktober offen verherrlicht hat (Handala Leipzig), gab's nen Block und das war's.
Hundepfeife seit Monaten...