Ich verneige mich vor den Kollegen: Einen 50 Jahre alten Computer, der in 22 Lichtstunden Entfernung, am Rande des Sonnensystems fliegt, so umzuprogrammieren, dass ein kaputter Speicher isoliert und die Instrumente wieder in Betrieb genommen werden können, ist eine Leistung. Als das Ding gebaut und programmiert wurde, hatte ich nicht mal mein Studium begonnen - heute bin ich in Rente und viele der damaligen Entwickler längst verstorben.

https://borncity.com/senioren/2024/06/15/voyager-1-nach-reparatur-wieder-im-normalbetrieb/

Voyager 1: Nach "Reparatur" wieder im Normalbetrieb

Die alternde Raumsonde Voyager 1, die am Rande des Sonnensystems fliegt, ist nach einer Reparatur wieder in den Modus zum Sammeln wissenschaftlicher Daten zurück versetzt worden. Das hat die NASA gerade mitgeteilt. Sorgenkind der Techniker Voyager 1 ist das Sorgenkind der Techniker, da die Technik in die Jahre gekommen ist und ausfällt. Im Herbst 2023...

Günnis (Senioren-) Treff 50+
@gborn Als das Ding gestartet wurde, habe ich gerade laufen gelernt... 🤣 Hochachtung vor den heutigen Ingenieuren, die die damaligen Entwicklungsumgebungen verstehen und bedienen müssen... und vor allem am Leben halten müssen 🤣

@gborn

Da ist als wichtige Komponente ein Enthusiasmus mit an der Werkbank aktiv!

Chapeau!

@gborn Nicht weniger bewundernswert ist die Plutonium Batterie, die nach dieser Zeit immer noch genügend Energie liefert...

@wanderspieler

@gborn

Die Plutonium RTGs sind - solange nix - kaputt geht, ziemlich vorhersagbare Energielieferanten - und die zur Verfügung stehende Energie wird weniger und weniger. Nach der langen Zeit ist die Energieversorgung das allergrösste Problem bei beiden Sonden, Treibstoff für die Lageregelung ist noch lange nicht aus.

Und erst vor ein paar Tagen, war es mal wieder ziemlich auf Kante mit dem Strom beim Umschalten auf andere Lageregelungtriebewerke:

https://www.scinexx.de/news/kosmos/voyager-1-riskanter-duesenwechsel-rettet-die-uralt-sonde/

Voyager 1: Riskanter Düsenwechsel rettet Uralt-Sonde

Noch mal gut gegangen: Beinahe hätte die 47 Jahre alte Raumsonde Voyager 1 nicht mehr die Erde anpeilen können – sie wäre verstummt. Doch der NASA ist es

scinexx | Das Wissensmagazin

@gborn Ich würde sehr gerne ein Writeup oder einen Vortrag darüber sehen wie die Architektur dieses Rechners aussieht und wie genau sie da jetzt den Speicher isoliert haben.

Was mich am meisten "wundert" ist, dass es ja eine Art bootstrap loader geben muss mit dem man den Speicher auch remote lesen und schreiben kann, selbst wenn Teile beschädigt sind. Sie haben ja erst durch Dumps herausgefunden was genau defekt ist. Wie genau all das funktioniert würde mich wirklich brennend interessieren.

@G33KatWork @gborn
Einiges an Informationen zu #voyager und der Problembehebung finden sich in diesem Thread:
https://fosstodon.org/@AkaSci/111570537492379275
AkaSci 🛰️ (@[email protected])

Attached: 1 image The venerable Voyager 1 spacecraft is experiencing another glitch. Instead of sending science and engg. data, it is sending a 0101 bit pattern. The problem has been narrowed down to the flight data system (FDS), which is not communicating properly with the telecom unit (TMU). A reboot did not help. Stay tuned as NASA engrs work out a fix for this 1970's era computer, which has performed magnificently during its long 46-year journey to the planets and to outer space. https://blogs.nasa.gov/sunspot/ 1/n

Fosstodon

@G33KatWork

@gborn

Bernd Leitenberger hat da auch eine Menge Infos zusammengetragen

https://www.bernd-leitenberger.de/voyager.shtml

Der Speicherdump bei Voyager 1, der letzten Endes half, die kaputten Speicherzellen zu identifizieren und damit ermöglichte die Daten passend umzulagern, kam eher etwas zufällig:

https://hackaday.com/2024/03/16/nasa-engineers-poke-voyager-1-and-receive-memory-dump/

Die Voyager Rechner sind absolute Einzelstücke. Bei Bernd Leitenbergers Seiten gibt es einen interessanten Überblick über die allg. Entwicklung der Rechner in den Sonden.

Voyager

@echopapa @gborn Danke! Ich hab letztens diesen Talk hier gesehen: https://youtu.be/dF_9YcehCZo?si=LEx-6gMcVdZ7t5g4

Da kam auch drin vor, dass das ein happy accident war mit dem memdump.

Wollte den noch posten, habs aber vergessen.

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@gborn

Besonders genial finde ich, mit welcher Präzsion die Schlenker der Sonden um die Planten berechnet wurden, um den Schwung durch die Gravitation zu kriegen. Viermal in einer Flugbahn!

@logorok

@gborn

Das ist jetzt vom Rechenaufwand her gar nicht so gigantisch, weil das auch schon in den 60er Jahren mit den damaligen Rechnern zu bewältigen war. Und da sich das alles nur näherungsweise numerisch berechnen läßt (Dreikörperproblem), macht man vor und nach Swingbys i.a. eingeplante Korrekturmanöver, bei denen man versucht, festgestellte Abweichungen vom idealen Kurs zu kompensieren.

@gborn FOTA ohne A...seit 50 Jahren verfügbare Technik. Aber warum schafft mein Handyhersteller das immer noch nicht gescheit?
@gborn full ACK. Hab' bei der Nachricht auch gedanklich den Hut gezogen...