Ich fand gut, als Wagenknecht & Co. endlich weg waren, obwohl mich das meinen Job gekostet hat.

Aber all die Leute, die Linke wegen Wagenknecht nicht wählen konnten (und mich damit zu Tode belabert haben): wen haben die denn nun eigentlich gewählt?

@anneroth Es war nie nur wegen Wagenknecht.
@alper @anneroth inwiefern waren das dann konstruktive Ratschläge im Sinne einer wirkungsstarken linken Partei?
@MaximilianBlum @anneroth Weiß ich auch nicht. Meiner Meinung nach ist BSW die Partei die die Linke immer sein wollte aber nie sich traute zu werden.
@alper @anneroth und woher kam der Druck zu dieser Haltung? Von bestimmten Medien? Das Problem ist komplexer: Als linke Partei musst du irgendwo einen Weg zwischen ubiquitärer Betroffenheit, und nicht dem linken Ideal entsprechenden Elementen finden, um praktisch handlungs- und mehrheitsfähig zu sein. Ich sehe die Chance im Fokus der Betroffenheit auf die Kernkompetenz, den Antikapitalismus, und damit hart in die Praxis gehen, auf Kosten anderer Betroffenheiten, ja. Es geht nicht anders.
@MaximilianBlum @alper @anneroth wäre Netzpolitik so ne “andere Betroffenheit "? ;)
@legrex @alper @anneroth Netzpolitik ist Querschnittsthema, da gibts zahlreiche Anknüpfungspunkte an Antikapitalismus, über die man netzp. Themen einweben kann. Bei Nachhaltigkeit auch, usw. Der Hauptbezug auf Kap. sollte aber immer hergestellt sein

@MaximilianBlum @legrex @alper

Ich hatte sehr gehofft, dass das nicht mehr wiederkommt, diese Hauptwiderspruchsthese.

@anneroth @legrex @alper hm, ich argumentiere diesbezügl. weniger aus der Theorie als eher aus praktischen Zwängen heraus. Die da lauten: Die Leute kommen viell. mit 1 tiefgehenden Forderung nach Veränderung klar, aber nicht mit 5 in Parallelschaltung. Das ist den meisten too much. Dann viell. lieber Reihenschaltung aber dafür mit dem Vertrauen von Mehrheiten? Nein, ganz so sehe ich es auch nicht: 5-10% Zustimmung reichen. Damit ist ne Menge gute Oppositionsarbeit möglich.

@MaximilianBlum @legrex @alper

Ich weiß ja nicht. "Die Leute kommen viell. mit 1 tiefgehenden Forderung nach Veränderung klar, " ist ein praktischer Zwang?

Das klingt eher wie einer Vermutung von dir.

@anneroth @legrex @alper stimmt. Ich leite diese Annahme u.a. daraus ab dass empirisch gesehen (mehr oder weniger krass) konservative Parteien bzw. Politik die größten Zustimmungswerte hatte und hat. Zumindest in Deutschland.

@MaximilianBlum @legrex @alper

Ich fürchte, ich kann dir nicht recht folgen.

@anneroth @legrex @alper zum konservativismus: das meine ich mit "Zwang". Zumindest hierzulande sind die Menschen ganz überwiegend nur wenig für Veränderung zu begeistern. Auch die Afd wird im Osten m.M.n. so stark gewählt weil Leute mit Zuwanderung und Klimapolitik nicht klar kommen oder sich das zumindest einbilden. Und die PDS hatte damals 20-30% weil Leute mit der Wende als Veränderung nicht klargekommen sind. Nicht, weil sie feministisch, antirassistisch oder progressiv-sozialistisch waren.