Ein paar Fragen, die mich mehr interessieren als die Namen und Gesichter von unwichtigen Einzelpersonen: Warum nutzen Rechtsextreme ein zumindest in Teilen als ironisch zu beschreibendes Meme, für das sie einen unzeitgemäßen, brutalen Neunzigerjahre-Slogan mit einem unzeitgemäßen Nullerjahre-Lied zusammenspannen?
Und dann: Wie hat es dieser brutale ostdeutsche Scheunendisko-Gag ins Sylter Party-Milieu geschafft? Warum ist man auf einem offensichtlich bürgerlichen Event überhaupt an Transgression interessiert, die passt doch eigentlich da gar nicht hin? Oder gerade doch?
Noch genauer: Was ist das für eine pervertierte Form der Transgression, die ohne jeden subkulturellen Rahmen im offenen Mainstreamtageslicht passiert? Woher kennen wir sie noch? Layla? Und natürlich: Warum nimmt sie sich heute ausgerechnet DIESEN Inhalt?
@larsweisbrod kannst du das bitte in dein Blatt schreiben?
@pollatschek nur die fragen wie die FAS wenn sie cute sein will oder schon auch antworten? (Hast du zufällig welche?)
@larsweisbrod alles was du dazu denkst. Es muss nicht zu Ende beantwortet sein. Aber Hypothesen, Gedanken. Auch dann nicht zu durchdacht. Sondern so als Denkrichtung ohne dass du irgendwie bis zum Ende „lösen“ musst. Ich will alles was du dazu denkst, weil es so viel aufmacht

@larsweisbrod

Ich glaube einfach, dass die Kombination von verschiedenen Zeiten und Stilen sehr ungewöhnlich wirkt und auffällt. Das erzeugt auch nostalgische Gefühle bei den einzelnen Leuten, indem auf ältere, bekannte kulturelle Referenzen zurückgegriffen wird, um sie dann in neuen Zusammenhängen zu präsentieren. Vlt. entwickelt man dadurch ein Gefühl, Teil einer exklusiven Gruppe zu sein, die die Referenzen versteht?

@larsweisbrod es ist nicht so kompliziert und hat auch nichts mit meme kultur zu tun das haben die jugendlichen in der (ostdeutschen) dorfdisco einfach auch vor 20 jahren schon gesungen es ist nur massentauglich geworden weil sich leider niemand mehr dafür schämen muss mittlerweile
@larsweisbrod ich war vor ca. 20 Jahren mal auf einer Party in einem Münchner Burschenschaftshaus (jugendliche Neugier), was ich da gehört habe, kann man nirgends wiederholen. Diese Dinge wurden bisher hinter verschlossenen Türen im bürgerlichen Milieu durchaus skandiert, neu ist doch eher die schamlose Öffentlichkeit?
@larsweisbrod Weil das inhärent in der Hamburger Kapitalistenklasse war und ist und sich nur jetzt mal an die Öffentlichkeit traut? Was glaubst Du denn, wie die Hamburger Patrizier unter sich reden?