Gestern im Buch über Storytelling auch eine wichtige Lektion fürs Leben: (Fast) jeder Mensch hält sich selbst für moralisch den anderen überlegen. Diskrepanzen werden ignoriert, negiert, uminterpretiert. Das Weltbild muss geschützt und verteidigt werden, ähnlich wie gegen einen physischen Angriff. Die größten Konflikte entstehen, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die sich beide für moralisch überlegen halten aber deren Weltbild auf ganz andere Weise fehlerhaft ist.
Ich finde, das erklärt auch ganz viele Konflikte im Zusammenleben, wenn man sich das mal vor Augen führt. Und warum der eine oder andere bei bestimmten Themen so empfindlich und mitunter aggressiv reagiert - die Überzeugung ist wohl nahe an seiner Kernidentität, die er zu schützen versucht. Denn Veränderung ist schwierig und schmerzhaft, und sein Gehirn gaukelt ihm vor, dass er (moralisch) auf der richtigen Seite ist, alle anderen liegen falsch.
@mimrma das Gehirn klassifiziert sich selbst nicht als „Arsch“ 🤷‍♂️