Der Fahrradgott braucht seine Parkplatzopfer

"Mehr als 40 Jahre habe er sein Auto vor dem Haus auf der Straße abgestellt, halb auf der Fahrbahn, halb auf dem Gehweg, sagt der Rentner. Das war erlaubt. Doch damit ist es vorbei. Auf dem neuen Radweg ist das Parken verboten."

https://www.waz.de/staedte/bochum/article242115150/Neuer-XXL-Radweg-in-Bochum-Und-wo-sollen-wir-nun-parken.html

Neuer XXL-Radweg in Bochum: „Und wo sollen wir nun parken?“

Der neu markierte Radweg vor ihren Häusern auf der Essener Straße stellt (v.l.) Annette und Robert Langner, Laura Schüpp und Helga und Udo Adomeit vor Probleme. „Wo sollen wir jetzt parken?“, fragen die Anwohner.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
@lichtlauschen Erstaunlich, warum glaubt er, dass das erlaubt war?
@cuteredpwnda @lichtlauschen Viele Menschen folgen ihren eigenen Irrglauben.

@corincorvus @cuteredpwnda @lichtlauschen
Ja, laut Google Street View pure Fantasie-StVO. Dort war ein getrennter Rad- und Gehweg angeordnet. Die Fahrzeuge parkten aber alle am Fahrbahnrand, also eventuell auch einfach falsch ausgedrückt?

Ein Blick aufs Luftbild zeigt, warum sie das einzige Haus sind, dass sich so beschwert: Die anderen haben Parkplätze und Carports auf Privatgrund, von dem es keinem der Häuser mangelt. Aber der Privatgarten ist halt wichtiger als die öffentliche Mobilität.

@Flo_Rian
Es ist gut, dass jetzt dort ein Radweg hinkommt. Das war einfach kein Zustand davor.
@corincorvus @cuteredpwnda
@lichtlauschen @Flo_Rian @corincorvus @cuteredpwnda
Mindestens drei der Bilder zeigen ja die Gegenrichtung (BO-WAT). Kommt da denn jetzt auch eine Spur weg?
Ich fahre dort seit Jahrzehnten immer auf der Fahrbahn und habe in der ganzen Zeit keine einzige gefährliche Situation. erlebt. Das liegt wohl daran, dass die Strecke für Autofahrer recht übersichtlich ist und die Spuren breit.
@lichtlauschen @Flo_Rian @corincorvus @cuteredpwnda
Ganz im Gegensatz dazu: Richtung Wat-Bo Alleestr. etwa ab Nr. 135: Da beginnt der Radfahrstreifen, dort werde ich regelmäßig mit geringstem Abstand überholt und mir wird von Rechtsabbiegern die Vorfahrt genommen. Besonders schlimm in dieser Hinsicht: Ecke Bessemer Str. und noch schlimmer: Rottstraße! Da würde ich gerne auf den Radfahrstreifen verzichten und auf der rechten Spur der Fahrbahn fahren!

@Rad @lichtlauschen @corincorvus @cuteredpwnda
Laut WAZ* beidseitig 2,5 m Radfahrstreifen.

Sprich, weniger knappes Überholen, weniger Dooringgefahr duch Fahrbahnparken, weniger Konflikte mit Fußverkehr auf den Gehwegen.

Das dürfte vor allem die subjektive Sicherheit verbessern und damit in der Breite die Bereitschaft erhöhen, mit dem Rad zu fahren.

*https://archive.is/RI7nq

@Flo_Rian @lichtlauschen @corincorvus @cuteredpwnda
Subjektive Sicherheit - da hast du wohl recht.
Praktisch ändert das nichts, ich fahre da immer schon ;-)
Probleme mit Engüberholern hatte ich dort in über 30 Jahren nie.
Schwierig stelle ich mir das für StVO-treue Autofahrer vor: Da wird dann von den Rasern gedrängelt.
Noch schwieriger für auf 25 km/h oder 45 km/h begrenzte Kfz, z.B. S-Pedelecs, die dürfen ja nicht auf dem Radweg fahren und können also nicht überholt werden.

@Rad @lichtlauschen @corincorvus @cuteredpwnda Du fühlst dich dort offensichtlich bereits jetzt sicher, also ändert sich für dich nichts, aber das muss ja nicht für alle gelten ;)

Falls dort dann Kfz auf den Radfahrstreifen ausweichen, kann man ja immer noch Protektion einbauen.

P.S.: Das enge Überholen bezog sich auf die von dir erwähnten schmalen Radfahrstreifen. Das sollte bei 2,5 m Breite nicht das Problem sein.

@Flo_Rian
Dass ich dort sicher bin, sagt mir nicht mein Gefühl, sondern jahrelange Erfahrung. Außerdem kommen Radunfälle durch "von hinten überfahren werden" innerstädtisch nicht vor. Generell finde ich es schwierig, immer mit dem "Gefühl" zu argumentieren, wenn es um Verkehrssicherheit geht. Die Menschen, die regelmäßig durch Rechtsabbieger getötet werden, haben sich auf dem Radweg auch sicher "gefühlt", objektiv wären sie vor oder hinter dem Lkw sicherer gewesen.
@Rad Völlig richtig. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Nur weil dir bisher nichts passiert ist und du keine Gefahr wahrgenommen hast, heißt das nicht, dass es niemals gefährlich war. Du bist ja auch nur eine Person und wärest nicht hier, wenn – Gott bewahre – mal was passiert wäre. Es geht auch eher nicht um Auffahrunfälle*, sondern um Drängeln, enges Überholen mit hohem Geschwindigkeitsunterschied, knappes Einscheren und Dooring zum Beispiel.
@Flo_Rian
Du fährst da nicht, oder? Enges Überholen kommt nicht vor, da die Spuren breit genug sind, es sei denn, du lädst Autofahrer dazu ein, dich ohne Spurwechsel zu überholen, indem du zu weit rechts fährst. Die anderen Probleme sehe ich da eher auch nicht. Immerhin sehe ich hier auch keine Nachteile für Radfahrer durch die Streifen, wie an vielen anderen Stellen in der Stadt. :-)

@Rad Genau für diese Menschen, die oft zu weit rechts fahren, wird es dort subjektiv drastisch sicherer! Und davon gibt es sehr viele, auch wenn wir beide nicht dazugehören.

Von solchen Erfahrungen mit Überholvorgängen und parkenden Autos war auch im Zeitungsartikel die Rede, ich hab mir das nicht ausgedacht. Dass du die Probleme nicht siehst, heißt nicht, dass sie nicht für andere existieren.

@Flo_Rian
Ich habe ja gar nichts gegen _diesen_ Streifen; wie gesagt, ausnahmsweise sehe ich keine Nachteile für Radfahrer. Allerdings sehe ich wesentlich mehr Handlungsbedarf an anderen Stellen in Bochum.