Die rassistisch-antisemitische Hierarchisierung der Gefangenen durch die SS – die häufig in Beziehung steht mit deren Einteilung in bestimmte Arbeitskommandos – spiegelt sich auch in der Quellenlage wieder: So finden wir nur wenige Berichte aus erster Hand von Häftlingen, die zur Trockenlegung des Moores gezwungen wurden. Überhaupt überwiegt die Anzahl von Berichten von Gefangenen, die vergleichsweise privilegierten Arbeitskommandos zugeteilt wurden („arische“ Geistliche etwa).

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Ganz anders bei Gefangenen aus den Verfolgtengruppen der Jüd*innen und Rom*nja. Sie wurden zu den übelsten Arbeiten gezwungen und dadurch oder durch direkte Waffengewalt ermordet: Im Falle der Plantage Dachau erfahren wir von ihrem Leiden nur von ihren Mitgefangenen – oder aus den Aufzeichnungen ihrer Mörder und deren Unterstützer. Die Folge: ein Bias, fehlende Perspektiven und Leid, an das nicht erinnert werden kann und das Leerstelle bleiben wird.

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Plantage Dachau

Interdisziplinäres Rechercheprojekt zum gleichnamigen Arbeitskommando des KZ Dachau. Für das Areal ist auch heute noch der Progagangabegriff „Kräutergarten“ geläufig.