Heute vor 80 Jahren beendete die Rote Armee die deutsche Blockade von #Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. 🧵

#AndiesemTag

872 Tage lang, vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, hatte die deutsche Wehrmacht die Stadt und ihre 2,5 Millionen Bewohner*innen umschlossen.
Der Stab der deutschen Kriegsmarine hatte in einer Direktive vom 22. September 1941 zu Leningrad explizit festgelegt, dass kein Interesse «an der Erhaltung auch nur eines Teils dieser großstädtischen Bevölkerung» bestehe.
Sämtliche Landverbindungen wurden abgeriegelt und die Stadt ständigem Artilleriebeschuss sowie Luftangriffen ausgesetzt. Extremer Hunger, Rationierung und Kälte waren die kalkulierten Folgen der Blockade.
Über eine Million Leningrader Bürger:innen starben. Das sind doppelt so viele Zivilist:innen, wie in Deutschland während des gesamten Krieges durch die alliierten Luftangriffe umkamen. In der deutschen Erinnerung spielte die Belagerung jedoch Jahrzehnte kaum eine Rolle.
Erst seit den 1990er-Jahren rückten, unter anderem durch die viel besuchte zweite «#Wehrmachtsausstellung», die Kriegsverbrechen der Wehrmacht und auch die Belagerung von Leningrad in das öffentliche Bewusstsein.