„Ein Ungarischer Startup-Informatiker, ein theoretischer Physiker und ein Bibliotheksdirektor unterhalten sich“ - das war schon eine illustre Runde hier in meinem Krankenhauszimmer. Der Neuzugang erdet das jetzt etwas:

„Ey Digga, fuck mich nicht up, Digga“.

Bin offen für Verhaltenstipps.
(Und nein, das hat er am Telefon gesagt, nicht zu mir)

Nu hat er eine schwarze Hornbrille aufgesetzt und sieht aus wie ein Kunststudent im zweiten Semester und jetzt bin ich total aus dem Konzept.
Erste Details: er ist Nachts im F-Hain beim Rodeln gegen einen Baum gebrettert, doppelter Schienbeinbruch. Aber: Kommunikation ist möglich! 👍
Aber er siezt mich. Das trifft mich jetzt etwas, ich dachte ich gehe auch hier noch als Stimme der Jugend durch.
Auftritt: Die besorgte Mutter. Hat vom Vater noch keine Details erhalten, weil „der war zu müde“. Hm. Geht den Jungen auch ganz schön an, seziert ihm jetzt das Ende seiner Jugend und allen Spaßes.
Muss hier gleich mal ein paar positive Vibes einwerfen.

Jetzt kann man eine Stecknadel fallen hören. Gemeinsam mit der Mutter wird der Patientenbogen ausgefüllt.

NEHMEN SIE DROGEN?

…eine Auflösung muss ich leider schuldig bleiben, er nahm seiner Mutter an dieser Stelle den Bogen aus der Hand um selber weiter auszufüllen.

So, die Mutter ist gegangen, es verlief dann doch hinreichend harmonisch.

Ein Windows-Laptop wird ausgepackt und und ansonsten jede freie Sekunde mit TikTok verbracht. Es scheint zu stimmen, was die uns im über DIE JUGEND erzählen.

Immerhin: die Musik der Videos und Reels die so rüberwabert ist ganz brauchbar, Klassiker aus den 80er/90ern. Ob er die Originale wohl kennt? 🤔

@rstockm fällt mir immer wieder auf. Meine These das ist die letzte Zeit in der Musik noch wirklich gut war und was rüber gebracht hat und deswegen bleibt die.

Wenn du in Hamburg auf den Kiez gehst feiern die ganz jungen ja auch gut dazu.

Aber vielleicht bin ich auch einfach alt und konservativ und in meiner bubble 😬.