#GaleriaKarstadt stellt binnen drei Jahren den dritten Insolvenzantrag - das Konzept Kauf- und Warenhäuser hat keine Zukunft mehr.

Stattdessen sollten wir kommunal- und wirtschaftspolitisch darüber nachdenken, wie der inhabergeführte #Einzelhandel gestärkt wird und, wie wir unsere Innenstädte wieder mit mehr Leben füllen können.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenz-galeria-karstadt-100.html
#Stadtentwicklung #Einzelhandel #buylocal #regionalwirtschaft #Insolvenz #Kaufhaus

Galeria Karstadt Kaufhof stellt Insolvenzantrag

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat im Zuge der Schieflage seines Eigners Signa beim Amtsgericht Essen einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist der dritte Insolvenzantrag binnen drei Jahren. Ziel sei es nun, einen neuen Eigentümer zu finden.

tagesschau.de
@ruoff ich halte eher das Konzept Konzerngesteuerter Immobilien Wirtschaft auf Pump für gescheitert
@kieliscalling @ruoff Dort, wo die Geschäftsleute keine oder eine normale Miete bezahlen müssen, funktioniert der Einzelhandel hervorragend. Da, wo die Immobilien Konzernen gehören ist der Leerstand. Auch bei Karstadt waren die Mieten das Hauptproblem.
@kaffeeringe @ruoff bestes Beispiel ist echt der Bunker am alten Markt, der jetzt quasi leer steht

@kaffeeringe warum sollten Geschäfte keine Miete zahlen? Und das Problem der Warenhäuser hat nur bedingt etwas mit den Mieten zu tun. Die Probeme des Konzept "Kaufhaus" fingen schon zu Zeiten an, als die Immobilien noch im Besitz des/der Unternehmen war.

Was die überzogenen Mieten in den Innenstadtlagen betrifft, stellt sich mir die Frage ob die Stadt/Kommune dies wirtschaftspolitisch überhaupt unterstützen sollte. Ist es zielfrühend Gewerbefläche "teuer" anzumieten, nur 1/n // @kieliscalling

@ruoff @kieliscalling Weil ihnen das Gebäude gehört. Ich kann mich noch erinnern, dass in Heide in der Innenstadt die Läden alle BRANCHE NACHNAME hießen: Spielzeug Kreutz, Prozellan Scheel, Papier Harm, Juwelier Back, Hut Lambrecht. Denen gehörte auch immer das Gebäude. Die wohnten oben drüber. Von alle denen gibt es heute nur noch Hut Lambrecht - das gehört meiner Mutter. Und das lohnt sich, wenn man sich zwar um das Haus kümmert, aber nicht noch Miete an jemanden bezahlt.
@kaffeeringe @ruoff @kieliscalling also ich arbeite in einem Inhabergeführten laden in einer kleinen Stadt, da ist fast alles Inhaber geführt, vielen gehören die Häuser, dennoch machen gerade etliche zu weil die Kundschaft ausbleibt/es keine Nachfolger gibt etc.
Leute wollen außergewöhnliche Dinge sofort, zwei drei Tage warten auf ne Bestellung wird als Zumutung gewertet. Ich glaube dass die Rückkehr zu so einer einer Innenstadt ein vintage Traum ist.
@DerGinko ich wäre schon froh, wenn man überhaupt in den Geschäften Waren bestellen könnte. Habe selbst in Flagship-Stores zu oft "bestellen Sie es doch im Internet" zu hören bekommen. So verliert der Einzelhandel auch Kunden. // @kaffeeringe @kieliscalling
@ruoff @kaffeeringe @kieliscalling bei uns ist es andersrum, die Kunden sagen, dass sie dann selber im Internet bestellen. Ein flagshipstore ist aber auch wieder was anderes….
Wir sind zb. Fachhandelspartner von Sony und haben sehr oft die Möglichkeit beim onlinepreis mitzuhalten oder drunter zu liegen. Da kommen die Leute gerne wieder, aber für den 10€ Hama Kopfhörer lohnt sich das für beide Seiten nicht den zu bestellen.
@ruoff BS - Karstadt hatte sich von den Immos, die ihnen gehörten, verkauft und zurück gemietet, INNERHALB des eigenen Konzerns (Rendite/Steuern etc etc) Immokonzerne schrauben Mieten hoch, damit so ihre Kredite abgesichert sind. Es läuft IMMER auf die Immobilien zurück. Der Leerstand in der Innenstadt kommt nicht davon, dass kein Publikum da ist, die Leute können sich die Mieten nicht mehr leisten. Warum ist Meislahn noch da? Weil denen das Haus gehört! Die machen genug Umsatz. @kaffeeringe

@kieliscalling Wenn es ein Konzern war, dann läuft es darauf hinaus, dass das Warenhausgeschäft nicht mehr profitable war und auch nicht mehr quersubventioniert wurde.

Kaufhäuser, wie "Galeria Karstadt Kaufhof" und zuvor bereits Hertie oder Horten, befindet sich seit Jahren in einer Dauerkrise und das Problem sind nicht (nur) die Immokonzerne.

// @kaffeeringe

@ruoff naja, wenn Du genug Umsatz machst, aber einen großen Teil fürs Haus ausgeben musst, ist ja klar, warum man nicht profitabel ist. Der Umsatz war immer gut, aber sie haben selten Gewinn gemacht. Hertie ging es übrigens gut, bevor Karstadt sie übernommen hat hat. Mit Arcandor ging der ganze Driss erst los. Und kurz zu Konzernen:
denen geht es nur um eines: Rendite für Anteilseigner, egal wie, das sollte Dir doch klar sein. Querfinanzierungen sind schon seit 20 Jahren tot, was kein ROI (...)
@ruoff gibt, wird gekillt. Wenn noch ein paar % Gewinn fehlt: Mitarbeiter entlassen. Immer das gleiche Spiel. 🤷‍♂️
@kaffeeringe
@kieliscalling @kaffeeringe das Problem sind eher die Dopplungen: wozu brauche ich ein Warenhaus mit einem Store in Store Konzept, wenn 20 Meter weiter im Sophienhof ein Filialist der Marke ein grösseres Angebot hat? Karstadt hat "viele" Marken, aber das Angebot ist überschaubar.

@kieliscalling macht man den "genug" Umsatz? Allein durch das Shop-in-Shop-Konzept hat man eigentlich nur noch Fläche untervermietet und Personalkosten eingespart. Hat auch nicht geholfen.

Und wenn das Konzept "tot" ist, warum daran festhalten?

@ruoff Nochmal: Das Konzept ist nicht tot. Aber wenn Du kein Geschäft betreiben kannst, weil Dein Gewinn durch Mieten aufgefressen werden, machste halt kein Geschäft mehr. Die Immoblase ist tot.
Btw: M&S funktioniert noch. Die machen ca 400 Mio Pfund Gewinn
Macys lebt noch, Lafayette läuft auch noch.

@kieliscalling die müssten auch Miete zahlen und (kostenlose) Parkplätze in englischen Innenstädten? LOL.

Abgesehen davon, das Designer Outlet in Neumünster funktioniert auch, selbst mit kostenpflichtigen Parkplätzen. Also was funktioniert bei Galeria Karstadt Kaufhof nicht, dass das Unternehmen in den letzten 3 Jahren drei Insolvenzen anmelden und mehr als 80 Filialen schließen musste? Sicher, das liegt alles nur an den Immokonzernen.

@kieliscalling apropos "BS, darf ich Dich an das Theater um das Stammhaus der Familie Fiedler in der Holstenstraße erinnern. Das war alles im Familienbesitz bzw. ist es immernoch. // @kaffeeringe
@ruoff Naja, Fiedler hatte sich innerhalb der Familie zerstritten, da kannste nur bei einer vernünftigen Nachfolge- und Erberegelung was machen ... also was soll dieses Beispiel zeigen? // @kaffeeringe
@kieliscalling wenn es schon in der Familie nicht funktioniert, wie soll es dann bei einem Konzern funktionieren? // @kaffeeringe
@ruoff Fiedler Onkel (Eigentümer) wollten Mieten erhöhen ... also das gleiche, was in diesen Immokonzernen passiert. Du gibts gerade Wasser auf meine Mühlen ...
merkste nur nich! @kaffeeringe

@kaffeeringe um dort Pop-Up-Kampagnen oder Concept Stores unterzubringen? Diese Entwicklung, die die Ursache nicht bekämpft, sehe ich kritisch.

Wir brauchen ein neues Innenstadtkonzept und dazu gehören Wohnraum, Gastronomie und Einzelhandel. Schau Dir doch mal die Holstenstraße an: die ist ohne Menschen tot und daran wird sich, wenn wir weiterhin auf Gewerbeimmobilien setzen, nichts ändern. 2/2 // @kieliscalling

@ruoff Den Zynismus kannste Dir schenken. Die Holstenstraße ist leer, weil das Angebot nicht mehr da ist, weil die Läden es sich nicht mehr leisten können, dort zu mieten. BTW. Es gibt mittlerweile viel Wohnraum in der Innenstadt, zu horrenden Preisen, hat aber nichts gebracht. // @kaffeeringe
@kieliscalling @kaffeeringe steht der Wohnraum leer? Wenn nein, dann scheint es einen Markt dafür zu geben. Fehlen uns trotzdem ca. 30.000 Wohnungen in Kiel? Dann haben wir zu wenig Wohnraum.
@ruoff An Luxus Immobilien wirste zur Zeit immer los, das ist aber kein Maßstab und bringt auch nichts um die Kaufkraft in der Innenstadt zu stärken 🤷‍♂️
// @kaffeeringe
@ruoff wie auch immer, ich bin gespannt, ob die Krise im Bereich Büroimmobilien dazu führt, dass wieder mehr Wohnungen in ehemaligen Bürohäusern gebaut werden

@ruoff @kieliscalling Ich glaube, die Kommune KANN nur an den Symptomen herumschrauben. Die Weichen sind derzeit alle so gestellt, dass wir online bestellen sollen und Läden nicht überleben können. Unternehmen haben mehr von der Steuerabschreibung bei Leerstand als von bezahlbaren Gewerbemieten.

Die Holtenauerstraße funktioniert doch. Weil da örtliche Vermieter sind, die ein Interesse daran haben, dass "ihre" Stadt eine schöne Einkaufsstraße hat.

@ruoff @kieliscalling Selbst in der Wilhelminenstraße gibt es eine ganze Reihe kleiner Läden, die sich seit Jahren da halten.

Wenn aber bei der nächsten Karstadtpleite, nicht einmal der Oberbürgermeister herausfinden kann, mit wem man eigentlich über die Miete sprechen müsste, dann sieht man, was da schief läuft.

@kaffeeringe Du schreibst selbst: "bei der nächsten Karstadtpleie" - wie oft muss denn Karstadt noch Insolvenz anmelden? Das Konzept "Warenhaus" ist tot.

Stattdessen sollte man lieber über die Besteuerung von leerstehenden Immobilien nachdenken. Das scheint zumindest verfassungsrechtlich möglich zu sein. //
@kieliscalling

@kaffeeringe @kieliscalling nicht mehr zu gut wie früher. Es existiert auch in der Holtenauer Leerstand und die Stadt hat ein Quartiersmanagenent für die Holtenauer eingesetzt (finanziert mit 500.000 vom Bund).
@kieliscalling im ersten Moment las ich „Katzengesteuert“…. @ruoff
@DerGinko @ruoff 😹 Katzen herschen ja sowieso über alles
@ruoff Ich vermute weniger die Kosten für die Miete hintern hinter dem Problem, sondern eher die fehlenden Umsätze. Da gilt der Dank uns Konsumenten, die lieber online bestellen oder bei Citti kostenlos parken wollen. (Selbstreflexion: Like me). Es gab in Kiel mal den Versuch eines BID (Business Improvement Districts). Der ist gescheitert an den Immobilienleuten und tw. den Filialisten. Das waren nicht immer Konzerne, sondern auch Erbgemeinschaften, Immobilienunternehmer und Privateigentümer.
@ruoff Für die Kieler Innenstadt empfehle ich: teilweise abreißen und neu aufbauen. :-)
@cbechtel @ruoff Enteignen und günstig vermieten.
@cbechtel beim Designer Outlet in Neumünster muss man sogar Parkgebühren zahlen und trotzdem fahren die Leute hin. Am kostenlosen oder kostenpflichtigen Parken liegt es nicht (und ausreichend Parkplätze gibt es sowohl beim Karstadt als auch beim Sophienhof).
@cbechtel @ruoff Ich hab halt auch nur wenig Mitleid für Filialisten. Die waren es doch erst, die den inhabergeführten Einzelhandel platt gemacht haben. Quasi: Beratung im Fachgeschäft, aber gekauft wurde dann bei Karstadt, Hertie, Kaufhof oder gar Quelle-/Otto-Katalog. Das Internet kam doch nun wirklich deutlich später. 🤷🏽‍♀️ @kaffeeringe
@Batgirlkiel @ruoff @kaffeeringe Ja, sicherlich war das ein Ternd vor dem Onlinehandel. Da galt ja aber großteils nur für Technikkram. Bekleinung & Co. hatte das Problem nicht. Nun kommt aber alles aus dem Internet...selbst die Frischware. Ich bin da leider auch eine Amazon-Fan. Die Auswahl, die Vergleichmöglichkeiten, Preise, der Komfort, die Lieferzeiten. ....sensationell. Da kommt niewieder ein Einzelhandel dran.
@cbechtel früher hat man doch auch schon im Katalog Kleidung bestellt, z.B. OTTO usw. // @kaffeeringe @Batgirlkiel
@ruoff @kaffeeringe @Batgirlkiel
Stimmt sicherlich...meine Mutter war Quelle-Sammelbesteller-Zentrale. Aber die Dimenssiion war eine andere.
@cbechtel @ruoff @kaffeeringe Nope. Es gibt in den Kulturwissenschaften bereits einige Forschung dazu, dass die Warenhäuser in den 70ern & 80ern teils sehr aggressiv (Warenverfügbarkeit / Preisdruck / Werbung) dafür gesorgt haben, gesellschaftliche Denkweise & Ansprüche zu formen und zu ändern. Alles, und zwar sofort und billiger - das war zusammengefasst das Credo. Wie C&A mit ihren WSV etc.
Internet ist doch nur noch eine Weiterentwicklung.
@Batgirlkiel @ruoff @kaffeeringe Ja, da könnte ich mitgehen. Internet ist dann nur noch die technische Optimierung der frühen Handelsstrategie. Warenhäuser waren sicherlich auch schon damals ein Problem für einen Einzelhändler.
@cbechtel @Batgirlkiel @ruoff @kaffeeringe Also ist doch die Frage, wieso Karstadt, Quelle, Otto und Co. Es versäumt haben, (das deutsche) Amazon zu werden?
@iSchack @Batgirlkiel @ruoff @kaffeeringe
a) die haben zu lange an ihren Modell festeghalten (wobei Otto ja woihl einen Turn hinbekommen hat)
b) der deutschspachige Markt ist viel zu eingegrenzt und klein für so hochskalierende Unternehmen der US-Wirtschaft.
@kaffeeringe @Batgirlkiel @cbechtel @iSchack Wenn ich mir den Online-Shop von Otto anschaue... auch nur eine Plattform für Teils dubiose Angebote.
@ruoff @kaffeeringe @Batgirlkiel @iSchack Achnee, für deutsche Verhältnisse macht der schon viel richtig. Aber der kann halt nie mit Amazon mithalten. Der Schlaumeier sagt dann: "Dann müssen die halt andere Wege finden!" Nur welche und gibt es überhaupt welche?
Um es mal auf den Einzelhändler der Urdiskussion zurückzuführen... ich glaube es gibt für die meisten keine "anderen" Wege. Und darum können wir die Kieler Fußgängerzone abreißen :-) und die dann von mir aus "neu Denken".