Jeder, der ansatzweise etwas mit dem Buchmarkt zu tun hat, weiß, dass im Lektorat penibel darauf geachtet wird, Rechte nicht zu verletzen. Weil sowas für Verlag und Autor:innen übel ausgehen kann. Dass dem Piper Verlag nicht aufgefallen sein will, dass mit dieser Art "Satire" die Persönlichkeitsrechte einer Privatperson (sie ist eben keine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens) verletzt werden — mal ganz abgesehen vom beschämenden Gossenhumor — ist kaum glaubwürdig.
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Auch will dem Piper Verlag nicht klar gewesen sein, dass man nicht "Gefühle verletzt" sondern, dass man hier eine — erneut — Privatperson ganz konkret rechtsextremer Bedrohung aussetzt? Das, trotz der, in der Pandemie gestiegenen, Bedrohungslage für Journalisten, Ärzte, medizinisches Personal und schlicht Personen, die sich öffentlich oder in den Sozialen Medien äußern. Wofür gibt es Berichte, wie die Rangliste der Pressefreiheit?
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Unter welchen Stein, sollen wir glauben, dass der Piper Verlag in den letzten Jahren gelebt hat? Wo waren die Verlagsmitarbeiter, als Journalisten beleidigt, bespuckt, geschlagen und ihr Equipment zerstört wurde, weil sie von Demos der Pegida, der Gelbwesten oder der Querdenker berichten wollten? Wo waren sie die Jahre, seit 2015, in denen zunehmend hasserfüllter im Real Life wie in den sozialen Medien gegen Geflüchtete und "Linksgrüne" gehetzt wurde.
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Wo waren sie, als Initiativen der Gegenrede wie #IchBinHier oder gegen Hass im Netz wie #HassMelden erschöpft aufgegeben haben? Wo waren sie, als die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr zuerst, nach monatelanger Hetze, ihre Lebensgrundlage verlor und dann Suizid beging? Wo waren sie, als Lehrer, die rassistische Vorfälle an ihrer Schule sichtbar machten, Schule und Heimatort verlassen mussten?
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Wo waren sie, als Menschen wie Mai Thi Nguyen-Kim oder Christian Drosten bekannt gaben, Personenschutz zu benötigen? Diese Veröffentlichung eines vollen Namens einer Privatperson ist ein Mittel die Schweigespirale in Gang zu setzen und in Gang zu halten. Ein Signal: Wenn Du den Kopf raussteckst, dann präsentieren wir Deinen Namen, Deinen vollen Namen, dem einzigen Typus Konsumenten die diese Art Gossensatire findet.
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Menschen, die all jene hassen, die anders sind als sie, und die sich freuen, dass man 'das jetzt endlich wieder mal offen sagen darf'. Darüber sollten sich alle Mitarbeiter des Piper Verlag klar sein, die nicht fest in Geschichte durchgeschlafen haben. Mir fällt es sehr schwer, in diesem Fall noch Hanlon's Razor anzulegen. Kann ein deutscher Verlag so inkompetent und geschichtsvergessen sein?
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Oder war diese Aktion Absicht, mit dem Ziel auf dem Rücken einer einzelnen Person, mit einem Opfernarrativ Kasse zu machen? Ich fordere den Piper Verlag auf:
1. Der Geschädigten alle, durch die Pflichtvergessenheit des Verlags angefallenen, Kosten (auch zukünftige) zu ersetzen
2. Die Gewinne des Buchs von Gruber/Hock vollständig einer Initiative zu spenden, die Opfer rechter Gewalt berät und unterstützt.
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Thread by @RomaMMukherjee on Thread Reader App

@RomaMMukherjee: Kurze Bitte um #Followerpower Ich werde in einem Hörbuch (Audible) und wahrscheinlich einem Buch von Monika Gruber und Andreas Hock namentlich verleumdet, im Hörbuch über mehrere Minuten lang. Verla...…

Thread by @EberhardSchlie on Thread Reader App

@EberhardSchlie: Im Buch „Willkommen im falschen Film“ von Monika Gruber und Andreas Hock, erschienen im @piperverlag wird nicht nur gegen @RomaMMukherjee gehetzt, sondern auch in sehr übler Weise Menschen mit #ADHS...…