Wie seht ihr das: Die Bezeichnung „Nerd“ sollte mit bzw. wegen all ihrer Konnotationen und Stereotypen, die „Nicht-Nerds“ im deutschsprachigen Raum damit verbinden, ...

#Nerd #Geek #Sprache #Schublade #Stereotypen #37c3 #chaosbubble #zuschreibung #umfrage  

Selbstzuschreibung sein (innerh. einer Community)
87.9%
Fremdzuschreibung bleiben
12.1%
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Der #Duden ist mittlerweile neutral bis positiv („Nerd: jemand, der für ein spezielles Fachgebiet besonders großes Interesse zeigt und viel Zeit damit verbringt“), das war aber scheinbar nicht von Anfang an so.
https://www.duden.de/rechtschreibung/Nerd

Auch interessant:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nerd

Nerd

Definition, Rechtschreibung, Synonyme und Grammatik von 'Nerd' auf Duden online nachschlagen. Wörterbuch der deutschen Sprache.

Duden

Mir scheint die Zuschreibung „Nerd“ meist stark mit ‚Othering‘ verbunden zu sein sowie mit einem impliziten Absprechen von Kompetenz in nicht-technischen (auch: sozialen) Bereichen verbunden zu sein.

Gleichzeitig aber, und viele von euch kennen das sicher, mit (oft unangenehmer) Zuschreibung von verallgemeinerter (Domänen-)Kompetenz: „Hier du bist doch Computernerd, stell mal meinen Videorekorder ein/Du bist doch (Patentrechts-)Juranerd, hilf mal bei meinem Nachbarschaftsstreit.“

Das ganze wiederum ist verbunden mit einer reflexhaften Klassifizierung (oder Abwertung?) von spezifischen Kompetenzen/Domänen-Wissen als „Nerdkram“, „das muss man nicht wissen“.

usw. usf.

@metaphil #Nerd und #Geek sind meiner Erfahrung nach überwiegend Selbstbezeichnungen. Und ich sehe im deutschsprachigen Raum auch nicht die englische negative Bedeutung, zumindest nicht im beleidigenden Umfang.

@metaphil In meinen Ohren ist Nerd nicht pejorativ und mir fiele jetzt kein besseres Wort mit dem gleichen Bedeutungsinhalt ein. Habe das Wort sowohl als Fremd- wie auch als Selbstzuschreibung benutzt.

(Nach meinem Verständnis Definition Duden + es handelt sich um Expertise in einem als 'exotisch' wahrgenommenen Gebiet)

@Dingsextrem @metaphil
Oh, spannend. Nach meinem Verständnis geht es gar nicht um Expertise oder darum, dass das Gebiet exotisch sein muss. Vielmehr zeichnet sich für mich die Subkultur der Nerds dadurch auf, dass man sich nicht nur oberflächlich sondern sehr in die Tiefe gehend mit Themen befasst und das man das um seiner selbst Willen tut und nicht, um etwas damit zu erreichen (wie zum Beispiel um Geld zu verdienen).
@IntersektionalesGemecker @metaphil es ist glaub ich tatsächlich 'respektabler', wenn es berufliches Interesse ist als 'non-profit'. Hängt wohl mit der gesellschaftlichen Wertschätzung von Geld zusammen...
@IntersektionalesGemecker @metaphil Sagen wir, wenn z.B. einen Finanzbeamten Steuerrecht so sehr anspricht, daß er sich auch in seiner Freizeit alles dazu reinzieht (und auch auf Parties in der Küche darüber doziert), würde man ihn wohl auch als Nerd bezeichnen
@Dingsextrem @metaphil Genau das meine ich. Dieser Finanzbeamter ist dann wohl ein Nerd, der das Glück hatte sein Interessengebiet zum Beruf zu machen, aber sich nicht primär wegen dem Geld damit befasst. Das würde in meine Definition hereinfallen.
@metaphil In meiner Wahrnehmung ist das inzwischen eine wertneutrale Bezeichnung einer Subkultur, ähnlich wie "Punk" oder "Hippie". Finde das darf ruhig eine Selbstzuschreibung sein. Das einzige Problem das ich sehe ist, dass das Wort schwierig zu entgendern ist.
@metaphil
Ich sehe Nerd in einer Reihe mit Krautrock und Made In Germany.
Own it, turn it, celebrate it.