Die Linken sind so antisemitisch wie die Feministinnen terf sind.
Achtet darauf, bei wem Ihr verallgemeinert. Und guckt hin, wer verallgemeinert.
Die Linken sind so antisemitisch wie die Feministinnen terf sind.
Achtet darauf, bei wem Ihr verallgemeinert. Und guckt hin, wer verallgemeinert.
Das Problem ist bei den Leute die sich selbst so bezeichnen und dann glauben sie könnten nicht so sein. Mit dieser Annahme "wir sind links und können gar nicht antisemitisch sein" hörste dann hardcore sekundären Antisemitismus, richtig eloquent formuliert, aber halt mit den bewussten codes, und wenn du das ansprichst, ist man empört.
Die Annahme dass die Linken nicht antisemtisch sein können ist viel schädlicher als andersrum, das gibt den Leuten soviel nervige Redefreiheit.
Ich glaube viele sind in ihrer Jugend mit linker Theorie sozialisiert worden und sind dann irgendwann ausgestiegen aus den aktuellen Debatten, bezeichnen sich trotzdem als links. Und viele sind auch nie in die Debatten eingestiegen und haben sich als links bezeichnet weil ihr Umfeld, ihre Clique so war.
Aber wie alt sind die, dass das in ihrer Theorie nicht vorkam? Frage ich als eine, die sich in den 80ern mit Sexismus und Linken rumgeschlagen hat.
Findest du es wurde jemals aufgearbeitet dass die DDR und damit ja auch die ganze DDR-freundliche linke Szene in West-Deutschland die palästinensischen Terroristen so gegen Israel unterstützt hat? Da wird einfach viel weggeschwiegen.
Also prinzipiell ist die linke Szene da lange komplett ohne Diskussion gewesen, und dann musst du glaub ich wirklich sehr spät im 20Jhd sozialisiert sein oder im frühen 21 um das zu erkennen. Kenne niemand der in den 70ern oder 80ern links sozialisiert wurde der das rafft was das für ne Scheisse war.
Kommt für mich schon irgendwie historisch noch aus dem stalinistischen Antisemitismus, Stichwort Kosmopoliten.
Jetzt kennst Du mindestens mich.
1967 geborener Wessi (Kinderladen und Hippie-WG statt Kindergarten und Einfamilienhaus), der 1983 auf der FDJ-Kaderhochschule Wilhem Pieck Realsozialistisch gefestigt werden sollte...
... die hätten mich nie eingeladen wenn sie geahnt hätten wie Scheiße ich sie beim ersten Realkontakt finden würde...😂
Hieß doch dann Jugendwerkhof und weg von Eltern wenn man die Klappe aufgemacht hat?
Nee - ganz falsche Richtung!
Ich gehöre zu den paar Handvoll Wessis, die von der FDJ besser behandelt wurden als die eigenen Kader.
Ich war im Westen Hoffnungsträger der SDAJ und DKP - mir war nach der Schule eine DDR-finanzierte Funktionärskarriere in der BRD sicher!
Wir gingen zur Kaderschulung erst 3 Monate auf die Bernauer Jugendhochschule Wilhelm Pieck - und dann 9-12 Monate nach Moskau.
1/2
Ich bin nach den ersten 6 Wochen "geflohen" und habe mein DKP-Parteibuch bei meinem lokalen Parteivorsitzenden im Büro verbrannt...
Der schlimmste/bekannteste "Kollege" der mir einfällt, der nicht "geflohen" war, ist der bekloppte Precht...🤢
Achtung, Link geht zu Fans der Zeit...:
https://www.jugendhochschule.org/
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Du bist in Bernau schon geflohen und hast Moskau gar nicht gesehen? Respekt! 👍
Ich war mit Rennrad da. (Bin im Westen zu der Zeit aktiv Radrennen gefahren und konnte/wollte nicht auf mein Rad verzichten.)
Wessis durften mit dem Auto einreisen - aber nicht mit dem Fahrrad! Das gab es NICHT! Gesetzlich verboten - zu konspirativ!
Mein Aufenthalt hatte sich um ein Jahr verzögert nur um zu regeln, dass ich mit Fahrrad kommen konnte.
Die Jugendhochschule lag mit im innersten Sicherungsgürtel der SED-Top-Funktionärsvillen.
1/?
Ich wusste im Grunde nach 24h dass der real existierende Sozialismus der DDR NICHTS mit dem Sozialismus zu tun hat, den ich mir für die Menschheit wünschte. Das hatte ja auch nichts mit dem "Links" zu tun dass mir mein Umfeld im Westen anerzog.
Nach spät. 2 Wochen hatte ich aber auch praktisch genug gesehen und erlebt, dass ich nur noch zurück wollte.
3/3
Das Problem ist dass es nicht einfach neue Menschen gibt nur weil du die Klassengesellschaft abschaffst, und auch zwei Generationen später nicht. Da muss schon noch viel mehr passieren. Marx ist halt ne ökonomische theorie, damit die ganze Gesellschaft zu lösen, das ist als würdest du versuchen Liebesbeziehungen mit reiner BWL zu lösen.
@helles_sachsen
Definiere 'aufgearbeitet'.
Würde sagen, dass sich mit beidem beschäftigt wurde, aber sicher nicht von allen. Mehr geht immer, keine Frage.
Was ich im übrigen ganz sicher nicht sagen wollte: dass es das jeweils in beiden Gruppen nicht gibt.
Ja, mehr geht immer. Meine Argument war: Bei der linken Szene geht soviel mehr, dass jede Polemik diesbezüglich, die verallgemeinert, ganz legitim ist, weil man bisher viel zu wenig macht.
Und damit meine ich nicht die antideutschen zu promoten. Ich will nicht den Staat Israel bis aufs Blut verteidigen. Mir geht's eher um den sekundären Antisemitismus in den üblichen linken Kreisen.
Das stimmt vermutlich (fände eine Studie mit echten Zahlen interessant, aber die wird's nicht geben, also jenseits der Mitte-Studie).
Und sehe aber auch, wie begeistert das von rechts bis Mitte postuliert wird, die sich von allem reinwaschen. Sehr laut gerade.
Ab da sind es immer nur noch zwei Stufen: "warum unterstützen die USA Israel, und warum hat Rothschildt damit zu tun". Ganz übliche Argumentation und dafür musst du nicht tief graben, die drucksen vllt mit dem Namen Rotschild noch rum, aber im Grunde wollen die dir das gerne so erzählen damit du es selbst erkennst.
Ist ja auch ein bißchen absurd, dass die Leute der 68er die eltern und großeltern kritisierten wegen dem Schweigen, aber dass sie selbst weiter antisemitismus in anderer Form, verschleiert in anderer Kritik, weitertrugen jetzt gar nicht thematisiert wird.