Ich komme hier irgendwie nach wie vor leider nicht so richtig rein und Bluesky zu nutzen fällt mir deutlich leichter, aber ich möchte versuchen, hier auch mal wieder ein bisschen präsenter zu sein, nachdem ich die letzten Monate fast gar kein Social Media genutzt habe.

2023 war irgendwie ein krasses Jahr für mich und irgendwie auch nicht. Ich hatte zehn Tage, an denen es mir so gut ging, wie seit 5-10 Jahren nicht, aber ich hatte auch zwei Crashs, die so hart und lange waren wie seit Jahren nicht.

Von den Dingen, bei denen ich Anfang des Jahres dachte, ich könne sie vielleicht einmal wieder tun (auf eine Pride gehen, Leute offline sehen, mal kurz ins Schwimmbad), konnte ich fast gar nichts machen.

Seit März bekomme ich (im Normalfall) wöchentliche Infusionen, die mir, wenn nicht gerade andere Faktoren wie zum Beispiel ein Endometriose-Schub dazwischenfunken, für 3-4 Tage genug Energie geben, dass ich wenigstens endlich wieder regelmäßig frisch kochen und backen kann. Das ist richtig toll und habe ich dazu genutzt, meine Ernährung doch mal umzustellen. Das hatte auch einen deutlichen (!) positiven Effekt, aber leider nicht so stark, dass ich häufiger raus und Menschen treffen könnte. 😑

Die starken Schwankungen, die ich vorher im Tagesverlauf hatte (zwischen ca. 11 und 15 Uhr ging es mir, selbst an vergleichsweise guten Tagen, immer deutlich schlechter als den Rest des Tages) sind seit der Ernährungsumstellung aber einfach weg.

CN TMI ?

Und Brust-/Nippel-Schmerzen, die ich im Rahmen von PMS davor immer hatte, unerwarteterweise auch lol
Damit hatte ich am wenigsten gerechnet.

Ich habe außerdem wieder Therapie angefangen und auf den seeeeehr dringenden Rat meines Therapeuten dann doch mal ADHS-Diagnostik in Angriff genommen (Abschluss kommende Woche).

Das hatte ich, nachdem mir ein anderer Therapeut vor 9 Jahren sagte, er sähe evtl. ADHS und außerdem "eher autistische Züge" bei mir, traue sich aber nicht zu, sicher zwischen ME/CFS-Symptomen und A(u)DHS zu differenzieren, irgendwie als nicht zielführend abgespeichert und nie verfolgt.

Irgendwie war's ja auch relativ egal, woher welche Schwierigkeiten, die ich habe, so kommen, denn damit copen muss ich ja diagnoseunabhängig. Jetzt bin ich aber schon auch ein bisschen nervös und freue mich schon auf den Moment, in dem ich die psychiatrische Exploration hinter mir haben werde.
Medical Trauma kickt halt - überraschenderweise lol - auch bei selbstgewählten "Begutachtungen".
Ich versuche aber, zu chillen und habe mich auch absichtlich nicht tiefergehender mit ADHS beschäftigt. Ich habe eine grobe Vorstellung davon, was relevant sein könnte und ich erwähnen sollte - eben alle Dinge, bei denen Freund*innen mit ADHS oder mein Therapeut irgendwann mal sagten "Das ist ziemlich typisch für ADHS" - und beruhige mich damit, dass das wohl reichen wird und ich da auch nichts falsch machen kann (sagt mein Therapeut jedenfalls 😀).
Über den bin ich eh richtig, richtig froh. Ich habe mich in einem therapeutischen Kontext noch nie so gesehen und verstanden gefühlt und deswegen vertraue ich seiner Einschätzung auch.
Bei vergangenen Therapeut*innen hätte ich das, obwohl ich die auch mochte, niemals getan, aber mit ihm habe ich sogar einen Termin für meinen Geburtstag in ein paar Wochen vereinbart.
Er geht mit seiner eigenen Neurodivergenz sehr offen um und ich hatte bei ihm bisher noch nie in irgendeiner Form das Gefühl, nicht auf Augenhöhe behandelt zu werden. Er hat auch noch nie eine falsche Anrede verwendet und sich auch, als es um ADHS-Symptome ging, die als geschlechtertypisch gelten, total achtsam ausgedrückt. Das gibt mir eine Art von Sicherheit, die ich bei anderen Theras nie hatte.

Abgesehen von der ADHS-Diagnostik erwarte ich momentan noch die Rückmeldung eines Nephrologen, an den mein Kardiologe mich überwiesen hatte, mit (An-)Spannung.

Nachdem sich bisher kein*e Chirurg*in aufgetan hat, der*die mir einen Port legen könnte, war die Überlegung meines Kardiologen nämlich, die Salzausscheidung medikamentös zu verringern und die Wirkdauer der Infusionen vielleicht so verlängern zu können. Mal schauen, wie das weitergeht!

Zum Abschluss noch ein #Kuchen-Foto für alle, die gern Essen anschauen. (Rocky-Foto kommt auch bald mal wieder, habe ihn nur in letzter Zeit irgendwie nie fotografiert 😅 ).

Achso, fast vergessen:

Was ich dieses Jahr auch noch gemacht habe, war einen Beitrag für "Vielfalt. Das andere Wörterbuch" zu schreiben, das von @Sebastian herausgegeben wird und am 11.12. im Duden-Verlag erscheint.

Ich habe "FLINTA" erklärt und hoffe, damit einen weiteren kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass Leute das Akronym seiner Bedeutung entsprechend verwenden. :)

Hier könnt ihr das Buch bestellen: https://shop.duden.de/Vielfalt/9783411756018

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