Am 18. Tag im #HUProzess wurde Jugendgerichtshelfer K. gehört. Er stellt fest, dass der Angeklagte „mit Sicherheit unschön rechts unterwegs“ war, relativiert dies aber als „jugendtypisches Verhalten“. Es wurden Schmerzensgeldanträge gestellt und Stellung zu Gutachten genommen. 👇 Thread
Die Nebenklage beantragt für die Betroffenen O., P. und H. Schmerzensgeld, woraufhin die Verteidigung die Unterbrechung der Verhandlung bis zum 11.12. fordert. Die Richterin erklärt, die Anträge kämen nicht überraschend, schiebt aber die für heute geplanten Plädoyers auf den 5.12.
Es folgt der Bericht der Jugendgerichtshilfe. Melvin S. sei ein „freundlicher und zuverlässiger Typ“, der 70 Prozent des Tages an das Geschehen denke. S. bereue, zu der Demo gefahren zu sein. Er habe Schuldgefühle aufgrund der entstandenen Verletzungen, gegenüber Freunden und Eltern.
Über die Tat selbst wollte S. mit Jugendgerichtshelfer K. nicht sprechen. K. meint, „als politisch eindeutig rechts verortet" auf diese Demonstration zu gehen und dort rechte Sticker zu verkleben und mit der "Reichsbrause" zu posieren, das sei jugendliches Imponiergehabe.
„In aller Vorsicht“ spricht K. von einer günstigen Sozialprognose. Aufgrund des „glatten Lebenslaufs“ käme Erwachsenenstrafrecht zwar in Betracht, da S. aber noch bei den Eltern wohnt, befürwortet K. Anwendung des Jugendstrafrechts und regt an, S. den Führerschein zurückzugeben.
Schließlich nehmen Nebenklagevertreter und Verteidigung Stellung zu den am 17. Prozesstag behandelten Gutachten.
Nebenklage-Anwalt Björn Elberling erklärt, die Aussagekraft des Gutachtens des KFZ-Sachverständigen I. sei begrenzt, da angewendete Methoden sich nicht auf die Tatsachen der Tat bezögen.
Der Verteidiger zweifelt an, dass der Aufprall alle Beschädigungen am Tatauto verursachte. Es könnten „nachträgliche Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen worden sein“. Bei fast allen Verletzungen der Betroffenen versucht er in Abrede zu stellen, dass sie vom Täter verursacht seien.

Aufgrund der beantragten Unterbrechung endet der Prozesstag nach nur 2,5 Stunden. Für den 5.12. sind die Plädoyers geplant. Das Urteil im #HUProzess wird am 11.12. erwartet. Das Bündnis Tatort Henstedt-Ulzburg mobilisiert zum Ende des Prozesses.

#TatortHU

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Bündnis Tatort Henstedt-Ulzburg