was ich echt nicht verstehe: warum es in diesem land keine ernsthafte diskussion über reichensteuern gibt. dass die extreme ungleicheit ein riesen problem ist, darin sind sich fast alle einig. durch alle politischen spektren und in der wissenschaft sowieso. dennoch kommt nicht mal eine debatte darüber in gang. im vorrauseilenden gehorsam gegenüber fdp und cdu (obwohl es auch unter cdu-wähler*innen hinreichend populär wäre). wahrscheinlich ist das ein guter indikator für die macht der reichen?
@mspro Ich lehne eine Reichensteuer aus persönlichen Prinzipien ab: Ich will nicht den Reichen etwas wegnehmen, sondern lernen, wie ich als Mann aus ärmlichen Verhältnissen wohlhabend werden kann. Auch sehe ich einen Unterschied zwischen sozialer Marktwirtschaft und z.B. dem amerikanischen Kapitalismus. Wenn ich auf die Statistik der "Reichsten Einzelpersonen der Welt" schaue, sehe ich sehr wenige Deutsche trotz drittgrößter Volkswirtschaft. Ist das nicht grundsätzlich ein gutes Zeichen?

@Lemarc0815 @mspro Der Haken ist, dass Reichtum nicht beliebig vervielfältigbar ist. Wohlstand muss man produzieren. Und wenn von dem Produzierten jemand unverhältnismäßig viel hat (reich ist) dann fehlt es jemand anderem.

Wenn du wohlhabend werden willst, ohne den Reichen was wegzunehmen, dann wirst du es Ärmeren abnehmen müssen.

Wenn das deinen persönlichen Prinzipien eher entspricht, dann hast du zumindest schon mal eins mit den Reichen gemeinsam.

@33achtzig @mspro Das Argument, dass Reichtum nicht beliebig vervielfältigbar ist, hat eine Schwäche: die Zentralbanken drucken beliebig Geld... Der weltweite Wohlstand steigt dadurch quasi "aus dem Nichts". Ich bin Dienstleister, also nehme ich automatisch denen das Geld weg, die meine Dienste benötigen und in Anspruch nehmen. Wie jeder andere Arbeitende auch. Wenn mir mein Geld nicht ausreicht, muss ich draußen mehr verlangen - und nicht hoffen, dass jemand anderes mehr Geld für mich eintreibt

@Lemarc0815 @33achtzig herrje. mal wieder wirtschaftswissenschaftliches wissen aus dem kaugummiautomaten gezogen?

- nein, gelddrucken erhöht nicht den wohlstand. geld ist nur eine zahl. wohlstand sind materielle ressourcen oder dienstleistungen.

- es gibt in der wirtschaft mehr als nur deine dienstleistung und deinen kunden. es gibt auch sowas wie straßen, schulen, gerichte und sonstige infrastruktur, die dir deine dienstleistung erst ermöglichen.

@mspro @33achtzig Da spricht der akademische Elfenbeinturm.

Mein nicht-wissenschaftliches, sondern praktisches Wissen beruht auf dem Nahkampf hier am Markt, lieber Theoretiker. Und da bauen FIRMEN Straßen, Schulen, Gerichte. Und die Bauarbeiter sowie die Angestellten der Institutionen werden mit Geld und nicht mit Wissen, Bananen oder Wassereimern bezahlt.

Zum Wohlstand: Dadurch, dass der Kuchen permanent größer wird, kann jeder jederzeit einen größeren Anteil einfordern. Also doch, erhöht er.

@Lemarc0815 @33achtzig ah, du scheinst in einer parallen realität zu leben. wünsch dir alles gute. tschüß!