Das ist auch so eine Verwirrung, die Gegenwartslinke dauernd stiften. Keine dieser Sachen hat unmittelbar mit Kapitalismus zu tun, also einem Wirtschaftssystem, indem Arbeitskraft am Markt konkurriert und Kapital Rendite erwirtschaften soll. Es gibt viele andere Gesellschaftsformen, die sich als meritokratisch verstehen und denen Leistungsdenken zugrundeliegt, sogar der real existierenden Sozialismus war oft so. Und auch Sparta war leistungsorientiert, aber keine kapitalistische Gesellschaft
@larsweisbrod
Ich würde sagen, letztendlich geht es um ein System, in dem es zum Großteil willkürliche Hierarchien gibt, und die Menschen in den unteren Gruppen für die Menschen in der oberen Gruppe arbeiten müssen. Also Herrschaft und Zwang von oben ausgeübt.
Und Staatssozialismus war im Grunde auch Kapitalismus, nur dass der Staat als Unternehmer agiert hat und seine Bürger ausbeutete.
Ein System, in dem sich alle Menschen wohlfühlen, kann nur ohne Herrschaft sein.
@jan finde ich ja tatsächlich eine nachvollziehbare Haltung, aber auch hier merkt man ja dass „Kapitalismus“ dann DAFÜR nicht das richtige Feindbild ist (weil es zB Antikapitalisten gibt die den Kapitalismus abschaffen wollen aber nicht die Herrschaft)
@larsweisbrod
Man muss meiner Meinung nach aufpassen, dass man nicht der Einstellung verfällt, dass man einfach irgendwie den Kapitalismus abschaffen muss, und danach wird es automatisch besser. Das wird es nämlich nicht, sobald die Macht in wenigen Händen konzentriert bleibt. Deswegen wird Marxismus-Leninismus niemals funktionieren. Die dringend benötigte Revolution kann nur von unten, von uns allen gemeinsam erfolgen. Vielversprechend finde ich den Ansatz der Demokratisierung von Betrieben.
@jan @larsweisbrod
In den sozialistischen Ländern der Vergangenheit waren die betrieblichen Verhältnisse, in unterschiedlichem Maße, oftmals demokratischer als zur gleichen Zeit im Kapitalismus – während Staat und Gesellschaft sonst weitaus repressiver waren.