Das Ergebnis sei "eindeutig", titelt das österreichische Gratis-Boulevard-Blatt "Heute":

"70 Prozent gegen neue ORF-Gebühr".

Aber wenn Heute über den #ORF schreibt, dann ist vor allem eines angebracht: Skepsis.

Der Artikel zur Headline beweist: zu Recht.

Ein Mini-Thread. 🧵👇

#1 Es beginnt schon bei der Headline, die aus der "ORF-Gebühr" vom Cover eine "Zwangsgebühr" macht. Soviel zum Thema Framing.

(Freue mich schon auf die Artikel "Zwangssteuern finanzieren Schulen!" und "Skandal, auch Radfahrer zahlen für Autobahnzwang!")

#2 Vor der Frage zu den Zahlen wird noch einmal betont: "Viel eindeutiger geht's nicht", nur um dann eine zweideutige (Suggestiv-)Frage folgen zu lassen:

"Soll die Regierung die ORF-Haushaltsabgabe für jene abschaffen, die ORF nicht nutzen?"

#3 Es wurde also nicht gefragt, ob die ORF-Haushaltsabgabe allgemein, sondern ob sie für "jene ... die ORF nicht nützen" abgeschafft werden soll.
Dem würde z.B. ein GIS-Modell entsprechen, wo die (Behauptung der) Nichtnutzung ein Opt-out ermöglicht hat.

#4 Im Titel und in der Überschrift zur Grafik ist das der Zuspitzung zum Opfer gefallen. Stattdessen steht dort ganz allgemein "ORF-Abgabe abschaffen?" und in der Bildunterschrift "Klares Votum gegen Haushaltsabgabe".

#5 Fazit: gerade weil Fragestellung und Ergebnis alles andere als "eindeutig" und "klar" sind, wird genau das umso häufiger und stärker betont.

Und ja, es ist Boulevard. Trotzdem: #Heute ist hier ganz klar Partei. Aber statt Mäßigung kommt der Holzhammer zum Einsatz.

/end

@leonido

Das ist bloß eine billige Kopie ;)