Aktuell lese ich "Erzählende Affen" von Samira El Quassil und Friedemann Karig.
Ursprünglich hat mich die Empfehlung von Dennis Scheck überzeugt, die von einer Jonglage zwischen Terry Pratchett und Karl Marx erzählt.
Das Buch ist eine spannend geschriebene Abhandlung über Narrative, die Macht sprachlicher Bilder und wie Geschichten unser Weltbild prägen. Ein Thema, das mich nicht erst seit Harari fesselt.
Heute früh kam dann auch der Entschluss, darüber zu schreiben. Es handelte davon, wie Sprache das Denken formt. So beschreiben Deutsche eine Brücke eher als elegant, Spanier als stark und lang. Der Unterschied: im Deutschen ist die Brücke feminin, im spanischen maskulin.
So ist auch der Begriff "hautfarben" problematisch, da wir damit einen kaukasischen Hauttyp assoziieren und andere Hautfarben als Abweichung sprachlich kennzeichnen.
Bilder können ganze Geschichten darstellen.
Nach George Gerbners Kultivierungsthese prägen selbst Symbolbilder unser Weltbild.
Wenn in den Nachrichten jeder Beitrag über den Islam mit einer kopftuchbedeckten Frau (i.d.R. anonym von hinten) bebildert wird, bekommt dieses Bild repräsentativen Charakter. Dabei tragen grob 70% der Muslima in Deutschland gar kein Kopftuch.
Somit schaffen Symbolbilder eine verzerrte öffentliche Wahrnehmung und verstärkt Stereotype.