Morgen ist 3. Oktober, der Tag, als aus zwei Ländern eins wurde.

Kein Feiertag für alle. Im Osten hatten viele von einem anderen Land geträumt, als die Mauer fiel. Eins, das sie mitgestalten konnten. Aus der Traum.

Im Westen und dann überall wurde Nationalstolz salonfähig. Deutschland-Fahnen. Das war vorher anders - die waren inakzeptabel bis dahin.

Damit einher ging krasser Rassismus. Den gab's auch vorher, aber jetzt wurde er laut, deutlich, physisch bedrohlich und es gab (viel mehr) Tote.

Das war eine direkte Folge der Wiedervereinigung. Eine drastische reaktionäre Wende, denn der Kapitalismus hatte ja gewonnen. Nicht zum Feiern.

Gut beschrieben wird das in der neuen Doku 'Capital B', zB hier in Teil 2 ab Min 38 von Güner Balcı:

https://www.arte.tv/de/videos/087960-002-A/capital-b-wem-gehoert-berlin-2-5/

Marion Brasch, vielen sicher bekannt als Radio-Eins-Moderatorin, beschreibt in Teil 1 die Aufbruchstimmung im Osten nach dem Mauerfall - bevor klar wurde, dass der Westen übernimmt (Min 35):

https://www.arte.tv/de/videos/087960-001-A/capital-b-wem-gehoert-berlin-1-5/

Capital B - Wem gehört Berlin? (2/5) - Größenwahn - Die ganze Doku | ARTE

1991 wird der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen in Berlin wiedergewählt. Er und der Fraktionsvorsitzende der CDU, Klaus Landowsky, heimlicher Strippenzieher der Berliner Politik, träumen davon, Berlin wieder zur Weltmetropole zu machen.

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