Ich verstehe, warum Rechtsradikale eine Flüchtlingskrise herbei phantasieren wollen — sie profitieren davon auf vielfältige Weise. Für alle anderen Parteien und für die Medien gilt das nicht, deshalb fällt mir nur ein Grund ein, warum sie sich an der Konstruktion dieser Phantasie beteiligen: Sie sympathisieren mit den Rechtsradikalen.

Die anderen Parteien können nicht ernsthaft immer noch glauben, dass sie von den Rechtsradikalen auf diese Weise Wählende (zurück-) gewinnen können — es ist seit langem offensichtlich, dass sie genau das Gegenteil erreichen. Also: Sie sympathisierten mit den Rechtsradikalen.

Und den Medien kann es nicht um Reichweite gehen — außer um Reichweite bei Rechtsradikalen. Also: Sie sympathisierten mit den Rechtsradikalen.

@astefanowitsch Die derzeitigen Verhältnisse ändern auch die (Nicht-)Bedeutung des Nichtwählens: in demokratisch stabilen Zeiten ist das ein Luxus, den eins sich leisten kann. In Zeiten des Sturmreifschießens der Demokratie ist es eine vermeintliche Neutralität, die zugunsten der Demokratiefeinde in die Waagschale fällt.

Will sagen: nicht nur "andere" Parteien sollten es besser wissen, auch Nichtwähler*innen sollten ihren Standpunkt überdenken.