Wenn ich mit jemandem spreche scannt in meinem Hirn nebenbei alles ab: ist mein Augenkontakt angemessen, passt meine Mimik zum Gesagten und Gehörten, ist meine Gestik zu ausladend oder stimme ich aus Versehen, wähle ich die richtigen Worte, LASS DEIN GGÜ AUSSPRECHEN, ist das was ich sage evtl. doppeldeutig, wirke ich verunsichert, komme ich arrogant rüber, FALL DER PERSON NICHT STÄNDIG INS WORT, etc.

Sich auf einen Kaffee treffen ist also vollkommen entspannend für mich 😎

#IchBinKaddastrophe

@Kaddastrophe Oh, das kenne ich!  Allerdings weniger beim Treff zum Kaffetrinken, weil die Leute, mit denen ich mich treffe, meistens nicht so heikel sind. Richtig schlimm ist es bei Meetings im Beruf, beim Kundenkontakt (egal, ob mit Kaffee oder ohne) und ganz besonders bei Vorstellungsgesprächen. 🙄

@MartinM
Spannend! Vorstellungsgespräche kann ich richtig gut, da zeige ich schauspielerische Höchstleistung und denk mir danach: F*ck, die denken jetzt, ich könnte das auch alles!
😁

Ich schaffe das leider im Privaten nicht so gut. Hat sich das bei dir entwickelt?

@Kaddastrophe Im Privatleben wurde es über die Jahre besser. Auch weil ich früher annahm, andere Menschen würden mich so kritisch sehen wie meine Mutter. Irgendwann lernte ich: Kleinigkeiten wie fehlender Augenkontakt werden ignoriert. Vorstellungsgespräche waren so lange richtig schlimm, solange ich versucht hatte, ehrlich zu sein, mich also nicht zu verstellen. Seitdem ich sie als eine Art Improvisationstheater sehe, sind sie weniger belastend.
@MartinM
Ich glaube, da liegt der Unterschied. Ich spiele quasi ständig Impro und der Versuch es im Privaten abzustellen führt zu einer riesen Unsicherheit
@[email protected] Ich vermute, dass die Unterschiede in unseren "Maskierungs-Strategien" unter anderem auch an den immer noch unterschiedlichen Erwartungen an Frauen und Männern liegt: Schon der Druck auf Mädchen, eine "sozial erwünschte" Rolle zu spielen, ist größer als der auf Jungs.
@Kaddastrophe oh je, das stelle ich mir echt anstrengend vor.