Die FDP kann noch nichtmal "Abhängigkeit" richtig schreiben.
@sixtus
Hat eigentlich irgend eine Partei ein realistisches Mobilitätskonzept für ländliche Gegenden?
Mir fiele aktuell nur PKW auf Basis erneuerbaren Stroms ein; also die modernen E-Autos mit Akku.
@Qwen @sixtus
Klar, wo wenig Menschen wohnen, sind Massenverkehrsmittel kein Weg. Also bleiben PKW, sprich Kleinbusse zu den Stoßzeiten, Sammeltaxis und Carsharing. Wahrscheinlich öffentlich unterstützt, da sich das durch Fahrtgeld nicht tragen wird.
@omasoleder @sixtus
Bei Sammeltaxi zu den Stoßzeiten bin ich dabei. Aber leider nicht in den Randzeiten.
Carsharing funktioniert im Ländlichen wegen der Distanzen nicht. Ein PKW, den ich mir in fünf km Entfernung abholen muss, läuft nicht.
@Qwen @sixtus Allenfalls ein Lastenrad. Leider sind die so teuer - und brauchen nebenbei einen diebstahlsicheren Stellplatz - dass dann doch lieber das alte Auto nochmal repariert wird. Scheint, als suchte ich Ausreden für Besitzstandswahrer. 😒
@aspasia @sixtus
Lastenrad wäre für Einkäufe für viele Menschen machbar. Aber nicht für kulturelle Teilhabe. Niemand möchte nach 15 km Fahrradfahrt verschwitzt im Kino oder im Theater oder im Restaurant sitzen. Und dann nachts wieder nach Hause.
Oder Sonntag morgens das Kind von der 20 km entfernten Übernachtungsparty abholen.
So ärgerlich das ist, aber in dieser Beziehung hat der FDP-Fuzzi Recht: auf dem Land bedeutet ein Auto Freiheit.
@Qwen @sixtus Das sehe ich auch so. Und wer will schon die Eifel, die Oberpfalz, Friesland oder Meckpomm entvölkern?
@Qwen @aspasia Das ist ja auch alles prima, ungerecht ist nur, dass die Allgemeinheit das Autofahren massiv subventioniert. Im Umkehrschluss zahlen aber die Provinzbewohner, deren Autos, Bundesstraßen und Autobahnen ich mitfinanziere, nicht meine teure Stadtmiete mit. Das ist alles sehr schief.
@sixtus @Qwen @aspasia Die Provinzbewohner können ja einfach alle in Deine Stadt ziehen und die Infrastruktur lassen wir verfallen. Mal gucken wie das die Preisentwicklung vor Ort dann mitgestaltet. Und mit Grundwasser im Umland für lau abpumpen ist dann auch mal Schluss, damit der Moloch am Leben gehalten werden kann.
Alter...🤦‍♂️
@Qwen Und Carsharing @sixtus
@hllizi
Carsharing auf dem Land? Wo das Auto dann 8 km entfernt im übernächsten Ort abzuholen ist?
Nee, eher nicht.
@Qwen Das ist natürlich blöd. Und anders geht das nicht?
@hllizi
Da die Infrastruktur seit fast 100 Jahren auf PKW ausgerichtet ist, sehe ich tatsächlich keine Alternativen zum privaten E-Auto.
@Qwen Carsharing wäre ja durchaus mit autozentrierter Infrastruktur kompatibel. Die Frage wäre doch, ob man das in jedes Dorf hineinbekommt und wenn nein, warum nicht.
@hllizi
Naja, selbst wenn im Dorf ein Auto stehen würde, wäre es im Zweifel trotzdem noch weit weg. Dörfer sind flächig.
Und wie soll Carsharing funktionieren, wenn man ständig ein Auto braucht? Nicht nur für den großen Wochenendeinkauf, sondern einfach für jeden Weg: Zum Sport, zur Arbeit, zu Freunden, zum schnell noch ein Stück Butter holen.
Ich sehe das wirklich nicht.
@Qwen Ich würde das nicht von dem her denken, was real schon z.T. existiert und auch nicht von dem her, was derzeit realistisch umsetzbar ist. Und dann kann man sich durchaus auch ein paar hundert Autos übers Dorf verteilt vorstellen. Wenn dafür der ganze Privatschrott wegfiele, wäre noch immer viel Platz gewonnen und es dürften für so ziemlich alles Kapazitäten verfügbar sein. Viele Deiner Beispiele sollten auch in vielen Fällen gut mit Fahrrad oder Pedelec machbar sein, wenn man denn will.
@hllizi
Platz? Wofür denn Platz? Auf dem Land gibt es genug Platz. Hier sind die Straßen breit, hier gibt es wenig Verkehr, hier lehnen sogar die Grünen Fahrradwege ab, weil sie unnötig sind.
Hast Du schon mal in nem Dorf oder ner Kleinstadt gewohnt?
@Qwen Ja, seit acht Jahren. Keine Ahnung wo Du wohnst, in irgendwelchen Gebirgskäffern mag das zutreffen, was Du schreibst. Mit der Realität der meisten Dörfer, in denen tatsächlich jemand wohnt, dürfte es wenig zu tun haben.
@Qwen Dorf *oder Kleinstadt*: Immer.
@hllizi
Gar nicht mal. In ner großen Gemeinde im Speckgürtel von Frankfurt. Mit perfekter Bahnanbindung.
Als ich noch in ner Großstadt wohnte, wohnten alle Freunde auch in der Großstadt. Freizeit ebenso. Also alles recht nah beieinander. Fahrraddistanz. Auf dem Land verteilt sich der Lebensinhalt aber auf viele Orte und die nächsten Städte. Ständig viele km. Mit so wenig Verkehr, dass sich ÖPNV nicht lohnt.
@Qwen kommst Du Dir nicht ein bißchen dämlich dabei vor, jemandem vom Land das Landleben erklären zu wollen? Ich fänd's komisch.