Ein paar abschließende Anmerkungen zu unserer "Cyberclown"-Sendung vom 7.10.2022:
Die @zdfmagazin Redaktion bleibt weiterhin bei ihrer Meinung, dass die scharfe Kritik am ehemaligen BSI-Chef angemessen war und ist. Es gab und gibt begründete Zweifel an Kompetenz und Urteilsvermögen von Herrn Schönbohm, einem hohen, für wichtige Sicherheitsfragen verantwortlichen Bundesbeamten. Auch andere Medien und Expert*innen haben diese Bedenken vor uns geäußert.
Um das auch nochmal ganz klar zu sagen: NEIN, wir haben im @zdfmagazin KEINE "falschen Vorwürfe" erhoben oder gar "Unwahrheiten" oder "Falschbehauptungen" verbreitet, auch wenn sich das manche sehnlich wünschen und sich dieser Unsinn prima erzählen, verbreiten und glauben lässt (siehe Internet).
Im Gegenteil, es wäre noch mehr zu kritisieren gewesen: Viele weitere kritische Vorgänge im BSI wie z.B. den Kaspersky-Fall oder die Zertifizierungsverfahren der Behörde haben wir in unserer Sendung nicht thematisiert, sondern uns nur auf die offenen Fragen rund um "Protelion" und den merkwürdigen, vom Amtschef mitgegründeten, russlandnahen "Cybersicherheits"-Verein beschränkt.
Die gesamte Sendung und unsere komplette Recherche inklusive aller Quellen stehen weiterhin, seit knapp einem Jahr, online (z.B. hier: https://youtu.be/dtZf-A4Qd5k?si=OPsNYq9FJ9y8Di3g) und sind weder inhaltlich widerlegt worden noch juristisch angefochten noch presserechtlich zu beanstanden.
Wie eine russische Firma ungestört Deutschland hackt | ZDF Magazin Royale

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@janboehm Ja, und weil die Fakten nicht für einen Skandal gereicht haben, musste daraus halt ein Narrativ gestrickt werden, das schäumend schwurbelnd Hernn Schönborn als als Agent im Auftrag Russlands darstellt.
@Shevek @janboehm
Den Interpretationen schäumend schwurbelnder Zuschauer sind bekanntlich kaum Grenzen gesetzt.
Ich habe beim nochmaligen Ansehen der Sendung solche Unterstellungen nicht gefunden.
Es werden lediglich nachprüfbare Tatsachen gezeigt. Wer sich daraus ein "Narrativ" strickt, tut das mit eigenen Stricknadeln.

@AngelikaMarx @janboehm

Du hast natürlich recht, dass auch der Rezipient selbst beteiligt ist, aber ich denke, dass das zdf magazin schon sehr genau weiß welche Aussagen sie rechtlich noch wie explizit äußern kann und was sie als Geraune mitlaufen lässt. So eine Tafel mit den roten Fäden soll gezielt bestimmte Deutungsmuster beim Zuschauer triggern.

@Shevek @janboehm
Satire ist darauf angelegt, zu überspitzen, und das tut B. auch hier.
(Und alle Medien spielen mit der Grenze zwischen Fakten und Suggestionen.)
Die Frage ist: was ist einem erwachsenen Publikum zuzumuten?
Was darf (und sollte vielleicht sogar!) sein - und was nicht?

@AngelikaMarx @janboehm

Okay, ich verstehe deine Perspektive. Ich finde, dass Böhmermann und Team regelmäßig das Feld der Satire verlassen/übertreten. Das macht den Reiz der Sendung auch aus, aber dann kann man sich halt nicht aus der Verantwortung stehlen und sich hinter der "Satire darf das" verstecken.

@Shevek @AngelikaMarx @janboehm Wann genau hat er das bei der Causa Schönbohn aus der Verantwortung "gestohlen"?

Mehr oder minder wurde in der Böhmi-Sendung das aufgearbeitet und zusammen geführt, was schon seit 2016 bekannt ist. Und der Begriff #Cyberclown wurde 2016 vom CCC kreiert und nicht von Böhmi. Alles hat Hand und Fuß. Was das Innenenministerium daraus machte ist nicht Böhmis Schuld.
Wenn Dir jemand sagt, Dein Partner betrügt Dich, ist es Deine Entscheidung zu bleiben oder zu gehen.