Ein paar abschließende Anmerkungen zu unserer "Cyberclown"-Sendung vom 7.10.2022:
Die @zdfmagazin Redaktion bleibt weiterhin bei ihrer Meinung, dass die scharfe Kritik am ehemaligen BSI-Chef angemessen war und ist. Es gab und gibt begründete Zweifel an Kompetenz und Urteilsvermögen von Herrn Schönbohm, einem hohen, für wichtige Sicherheitsfragen verantwortlichen Bundesbeamten. Auch andere Medien und Expert*innen haben diese Bedenken vor uns geäußert.
Um das auch nochmal ganz klar zu sagen: NEIN, wir haben im @zdfmagazin KEINE "falschen Vorwürfe" erhoben oder gar "Unwahrheiten" oder "Falschbehauptungen" verbreitet, auch wenn sich das manche sehnlich wünschen und sich dieser Unsinn prima erzählen, verbreiten und glauben lässt (siehe Internet).
Im Gegenteil, es wäre noch mehr zu kritisieren gewesen: Viele weitere kritische Vorgänge im BSI wie z.B. den Kaspersky-Fall oder die Zertifizierungsverfahren der Behörde haben wir in unserer Sendung nicht thematisiert, sondern uns nur auf die offenen Fragen rund um "Protelion" und den merkwürdigen, vom Amtschef mitgegründeten, russlandnahen "Cybersicherheits"-Verein beschränkt.
Uns schäumend-schwurbelnd einen geheimen "Komplott" mit dem WTF? Bundesinnenministerium zu unterstellen, ist ziemlich bösartiger Bullshit und natürlich komplett frei erfunden. Und was diese schräge Prinz-von-Hohenzollern-Litigation-PR bringen soll ... weiß ich nich, Digga!?
Bundesbeamte, besonders wenn sie in Regierungsdiensten stehen und für derart sensible Bereich verantwortlich sind und so gut vernetzt und einflussreich sind wie Herr Schönbohm, müssen kritische Berichterstattung hinnehmen, in der sie nicht so dargestellt werden, wie sie sich selbst gerne sähen. 🤷‍♂️

@janboehm Journalisten, die sich einen investigativen Anstrich geben, insbesondere wenn sie für den ÖRR arbeiten, müssen kritische Berichterstattung hinnehmen und mit einem Glaubwürdigkeitsverlust leben, wenn sie nicht in der Lage sind, Fehler selbstkritisch aufzuarbeiten. Schade, ihr hättet ja auch aus Fehlern mit transparentem Umgang das Beste machen können.

Was Frau Faeser daraus macht ist ein eigenes Kapitel, aber ganz aus der Verantwortung könnt ihr euch auch nicht ziehen.

@janboehm dass transparentes Aufarbeiten doppelt kacke ist, wenn man nebenbei einen Gerichtsprozess an Hals hat, bei dem man sich nicht unnötig belasten will, könnte auch so eine lession learned sein. Aber wenn juristisch alles so klar ist, sollte das ja kein Problem sein.

@fairsuchen
Was genau soll der Fehler in der Sendung sein? Bitte mehr Details.

@janboehm

Faeser wird Schönbohm-Thema nicht los – Böhmermann bleibt kritikresistent

Faeser will keine Fragen zu Schönbohms vorschneller Versetzung beantworten – der Vorwurf verfolgt sie weiter. Böhmermann bügelt jede Kritik weiter ab.

heise online

@fairsuchen
Ich kenne den Artikel.

Finde dort aber keinen konkreten Fehler, sondern die Bestätigung der Recherche:

"Was also hat Böhmermann aufgedeckt? Im Kern hat er zusammengetragen, was längst dokumentiert war, aber nur einer kompetenteren Spezialgemeinde bekannt."

Welchen konkreten Fehler meinst du nun genau?

@janboehm

@fahrrad_fahrer @janboehm "Und was genau der Vorwurf ist? Böhmermann dramatisierte in seiner Sendung: "Die Cybersicherheit ist in Gefahr durch den Chef der Cybersicherheit in Deutschland." Und das ist und war auch im Oktober nur eines: Großer Quatsch. Das ist natürlich erlaubt, aber schade."

Die Frage ist, welchen Anspruch man an sich hat. Will man eine belanglose Quatschsendung machen oder relevanten, investigativen Journalismus? ZDF Magazin Royal zeigen, dass sie eigentlich letzteres wollen.

@fahrrad_fahrer @janboehm ist dann Mist, wenn man sich eine Story zusammenlegt und dann außer heiße Luft nicht viel übrig bleibt. Dann kann man die Story halt so nicht bringen. Aber wie der Artikel auch sagt, es gäbe in Deutschland vieles zu kritisieren im Bereich Cybersicherheit und auch die Experten, die man hätte fragen können.

@fairsuchen
Der Satz ist aus meiner Sicht kein "Quatsch". Und es gibt dafür auch fundierte Artikel von anderen Journalisten, z.B. auch schon aus dem Jahr 2016:

https://netzpolitik.org/2016/posse-um-den-designierten-bsi-praesidenten-innenminister-de-maiziere-gab-arne-schoenbohm-seinen-segen/

https://www.golem.de/news/umstrittene-personalie-bundeskabinett-ernennt-schoenbohm-zum-bsi-praesidenten-1602-119200.html

Oder findest du diese Umstände vertrauenswürdig? Ich nicht.

@janboehm

Posse um den designierten BSI-Präsidenten: Innenminister de Maizière gab Arne Schönbohm seinen Segen – netzpolitik.org

Wegen der umstrittenen Benennung des neuen Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat der grüne Parlamentarier Konstantin von Notz Ende Dezember zwei Fragen an das zuständige Innenministerium (BMI) gerichtet. Es geht um den Wirtschaftslobbyisten Arne Schönbohm, dem Kompetenzmangel vorgeworfen und der als „Cyberclown“ geschmäht wird. Welche Kompetenzkriterien das BMI für die Position […]

netzpolitik.org
@fahrrad_fahrer @janboehm ich fand das damals auch komisch. Kann ich aber Arne Schönbohm nicht ankreiden, sondern denjenigen, die ihn eingestellt haben. Ansonsten sind die Befürchtungen damals, etwa von Thilo Weichert beim Thema Datenschutz nicht eingetreten (zumindest mir nicht bekannt). Eher im Gegenteil, ist zu befürchten, dass das BSI jetzt näher an das MSI gebunden wird und weniger Spielraum im Schutz vor Sicherheitslücken bekommt. DAS könnte ein Cybersicherheitsproblem werden.

@fairsuchen Der heutige LTO Artikel bringt es auf den Punkt:
"Presserechtlich angreifbar ist der Bericht allerdings nicht, da er nach aktueller Kenntnislage keine falschen Tatsachenbehauptungen enthält."

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/boehmermann-schoenbohm-faeser-zdf-magazin-royale-bsi/

Zum Spaß habe ich mir gerade die "Gefällt mir"-Beiträge von "@ArneSchoenbohm" bei twitter angeschaut. Ein Falk Steiner (Heise) tweet taucht da auf, in dem gesagt wird, dass es nicht überrascht, dass Brandenburg schlecht gegen Angriffe geschützt sei.

1/2

@janboehm

Schönbohm vs. ZDF: Hat Böhmermann falsch berichtet?

Der Ex-BSI-Präsident Schönbohm fordert 100.000 Euro vom ZDF wegen eines Berichts im ZDF-Magazin Royale. Wie stehen die Erfolgsaussichten.

Legal Tribune Online

@fairsuchen
Und zur Krönung taucht dann dort auch noch Hans-Georg Maaßen auf.

Ich bin der Meinung, dass Herr Schönbohm beim Bund zukünftig gar keine Position mehr haben sollte.

2/2

@janboehm

@fahrrad_fahrer @janboehm wenn ich von Fehlern spreche, meine ich keine Falschaussagen oder juristische Kategorien, sondern den journalistischen Anspruch der Sendung.

Ich hab keine Sympathien für Schönbohm. Aber die Art und Weise wie das passiert ist, hat dafür gesorgt, dass es nur Verlierer gibt. Der Ruf des ZDF Magazin ist beschädigt, blöd für zukünftige Enthüllungen. Da kann man doch nicht sagen, alles wäre gut gelaufen und wir haben keine Fehler gemacht.