Die deutsche Erinnerungskultur steht auf einer prekären Grundlage: Es ist unangenehm, wenn jemand anders Opfer ist; besonders Opfer der eigenen Vorfahren. Das meinte Zwi Rex mit „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“.
Die Leute, die #Aiwanger zujubeln, sehen ehrlich nichts Schlimmes in antisemitischen Witzen. "Wir haben doch früher auch solche Witze gemacht", können sie sagen. Seine Opferrolle ist für ihn deshalb politisches Kapital.

Die harte Wahrheit ist: für die Mehrheitsgesellschaft sind Witze über Auschwitz halt harmlos. Sie bedrohen ihre Sicherheit nicht. Das macht das Leben für marginalisiere Menschen eben immer gefährlich. Im Zweifel kann man nur hilflos um Emphathie betteln, die nur in guten Zeiten gewährt wird.

Markus Söder entscheidet jetzt, in welche Richtung die deutsche Erinnerungskultur geht: ob sie das Tabu aufrecht erhält, Empathie gewährt - oder Wahlen zum Opfer bringt.

@afelia und ich fürchte Söder wird sich falsch entscheiden, der geht mit der Fahne im Wind und die ist derzeit nach Rechts ausgerichtet :|