In meiner Recherche für mein 1816 Regency Edgelords Spiel recherchiere ich auch Queerness im frühen 19ten Jhd.
Spannend ist im Freundeskreis von Mary Shelley und Bekanntenkreis von Byron indem Punkt Mary Diana Dods oder Walter Sholto Douglas. Auf jeden Fall genderqueer.
D, wie Shelley Mary oder Walter in ihren Briefen nannte, schrieb unter Pseudonym Gothic und mit "Tales of the Wild and Wonderful" auch schaurige Adaptionen von Märchenthemen.
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In vielen privaten Kreisen trat D lange weiblich auf, wurde aber als queer gelesen.
D heiratete Isabelle Robinson und lebte mit ihr Zusammen in Paris. Mary Shelley (queer Ally) besorgte ihnen dabei gefälschte Papiere als Mr. und Mrs. Sholto Douglas. In Paris trat D männlich auf und versucht eine diplomatische Karriere zu beginnen, bevor das Leben im Schuldturm endete.
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Ich finde es spannend, wie D auf jeden Fall irgendeine Form von "butch" war, eventuell auch transmaskulin, nach unserem heutigen Verständnis. Aber die Begrifflichkeiten von heute es nicht komplett erfassen und wir auch wenig Selbstbeschreibung überliefert haben.
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In "Pseudonymity, Passing, and Queer Biography: The Case of Mary Diana Dods" von Geraldine Friedman wird es ganz gut zusammen gefasst, aber seit 2009 hat sich unser gesellschaftliches Verständnis von Gender auch entwickelt.
Dennoch lesenswert, als Werk über queere Biografie und ihre Einordnung.
https://www.erudit.org/en/journals/ron/2001-n23-ron435/005985ar/
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Pseudonymity, Passing, and Queer Biography: The Case of Mary Diana Dods – Romanticism on the Net

An article from Romanticism on the Net, on Érudit.

Érudit
Als Spieldesignerin gibt es mir auf jeden Fall viel mit zu sehen, wie sich eine queere Person in den Kreisen bewegt hat, die ich abbilden möchte und wie auf diese Person reagiert wurde.
Es wirft aber gleichzeitig auch die Frage auf, wie ich nach Geschlecht der Figuren frage.
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Es ist ein Aspekt der Zeitumstände und des Setting, gleichzeitig greifen heutige Begrifflichkeiten ziemlich weit vor und machen es schwieriger Figuren wie D zu denken, wenn die Spielenden keine sehr speziellen Historiennerds sind.
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Mein Trend ist es, eher den Spielenden einen Raum zu geben, ihre eigene Queerness in die Geschichte zu bringen und sich dort zu erzählen. Wie die High Gothic Europa vor der Aufklärung als Setting und Projektionsfläche für ihre Queerness und Identität nutzte, können wir das auch mit 1816 tun.
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