@mattiasÄhm. Nein.
Allerdings wird es jetzt komplizierter, und ist nicht per Schnellrecherche zu erfahren.
Generell muss man erst mal zwei Dinge unterscheiden: Statistik und Empirie. Die hängen eng zusammen, aber Statistik ohne Verständnis der Empirie dazu führt zu Rechenspielen ohne Aussagekraft.
Ein Empiriker hat festzustellen, was man wissen will, was etwas darüber aussagt, was man wissen will und wie man sinnvoll feststellt/misst, was Aussagekraft hat. Dann darf der Statistiker ran.
Als Beispiel nehme ich gerade mal die Übersterblichkeit.
In Deutschland fällt es auf, wenn Leute sterben, und die Gegebenheit, dass ein Mensch tot ist, wird sehr zuverlässig erfasst und in die Statistik überführt. Anders sieht es bei der Todesursache aus. Da kommt ein Arzt, stellt den Tod fest und - das war es dann. Der Arzt muss nur meinen, dass es ein natürlicher Tod war. So mancher Nagel im Hinterkopf wurde erst vom Bestatter entdeckt. Forensiker aus aller Welt kritisieren die deutsche Praxis.
Weil daher auf gemeldete Todesursachen gar kein Verlass ist, und auch bei "mit Corona" nicht weiter geprüft wird (ist quasi verboten), kommt es erst zu einer Hilfsauswertung der Sterbezahlen, die aber die fehlenden Daten nicht ersetzen kann.
Damit ist "Übersterblichkeit" lediglich ein Vergleich von Zeiträumen. Ob das überhaupt aussagekräftig ist, hängt stark von den Vergleichszeiträumen ab, die aber willkürlich gewählt sein können. (Cave!)
Mithin reicht es nicht aus, einen journalistischen Bericht über irgendeine Übersterblichkeitsberechnung zu lesen.
Es muss geprüft werden, was mit was verglichen wird, und wie andere Einflussfaktoren sind.
(tbc)
@dr_fotograf