Die Arbeitsgemeinschaft Sprache und Politik und die Jury vom Unwort des Jahres haben eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, in der sie das „Genderverbot“ in Sachsen und ähnliche Verbote und Verbotsversuche kritisieren. Zusammen mit 35 weiteren Linguist*innen unterstütze auch ich die Erklärung, die ihr hier lesen könnt (PDF):
https://www.unwortdesjahres.net/wp-content/uploads/2023/07/Stelllungnahme_Genderverbot.pdf . Die Erklärung ist dabei keine Stellungnahme für das Gendern per se (da gibt es bei den Unterzeichnenden differenzierte Positionen), sondern… 1/3
… es geht den genannten Organisationen und den Unterstützenden um den Schaden, den solche Verbote für die Meinungsfreiheit und den demokratischen Diskurs bedeuten. Die Verfasser finden hier deutliche Worte: „Wir erkennen in [dem sächsischen Genderverbot] den überaus gefährlichen Sieg einer im Kern rechtspopulistischen Strategie, der sich nicht wiederholen und an den sich die demokratische Mehrheitsgesellschaft nicht gewöhnen darf.“ Die AfD habe diesen „Sprachkampf“ heraufbeschworen, und … 2/3
… die CDU wird aufgefordert, sich diesen Kampf nicht zu eigen zu machen und die „Diskursbrandmauer“ zur AfD nicht aufzuweichen, sondern zu stärken. Niemand ist zum Gendern gezwungen, aber Verbote wie das in Sachsen (das nicht nur für die Mitarbeitenden sächsischer Behörden sondern auch für deren Kooperationspartner in der Zivilgesellschaft gelten soll) zwingen Menschen dazu, *nicht* zu gendern – ein nicht hinnehmbarer, totalitaristischer Eingriff in die Meinungsfreiheit. 3/3