Am 24. Juli 2023 fegte ein Sturm über Brandeburg und Berlin, der unglaublich gewütet hat. Es hat vom Fenster aus nicht so gewirkt, obwohl über ein paar Minuten alles komplett weiß war vor Regen, es war auch relativ kurz, aber die Schäden sind immens. Beim Einkaufen tags danach wurde mir ganz anders, ich bin dann nochmal los mit handy und hab fotografiert
Und jetzt will ich mal testen, wie ein threat hier funktioniert, damit die serie rüberkommt
Die tonart der collagen ist ein wenig sarkastisch, aber richtig polemisch will ich nicht mehr sein
Und so aggresso auch nicht
Auf der kruzen Strecke von der Wriezener Strasse bis zum Humboldthain lagen überall Äste herum. Fast jeder Baum hat große Äste verloren, zum Teil lagen sie noch auf den Gehwegen rum, man ist ja im Wedding, da kommt die Ordnungsmacht immer ganz zuletzt.
Ich habe in den sozialenMedien wenig konkretes von den offizielen Medien erfahren, von den Usern viele Fots mit toten Bäumen etc. Die allein machen mir keinen Eindruck, deshalb wird hier etwas collagiert, vieleicht komt der Sinn herüber. man kann viel machen mit ein bnisschen Software und einem Smartphone.
Das Gesundbrunnencenter ist ein ewig langer Bau der sich eine ganze Straße entlang zieht. Da hat jeder einzene Baum Äste verloren, meist mittelalte Platanen. Hier wurde dann mein feeling etwas prekär, weil Zerstörung, Ignoranz und Konsumgeilheit so kompakt zusammenn trafen. Ich habe schon Fotos gemacht von Autos, in die Bäume gestürzt sind, immer so mit ein bisschen stillem Einverständnis, auch wenn ich die flutenden Blechkisten in den sozialen Medien sehe, aus allen Teilen der Welt. Sie sind wiederum ein makabres Zeichen dafür, siwe sehr diese Welt schon mit der Blechlawine zugemüllt ist
Mein liebes Unwetter, das mit dem Fahrrad hier müsste aber gar nicht sein. Wir sind die Guten!
Nach dem Gesundbrunnencenter ging es weiter in den Humboldthain. Ich vermutete schon, dass es ein paar Bäume gekostet hat, aber wie bestellt ging es direkt an der roten Fußgängerbrücke los. Vor mir ging ein Mode-Pärchen, hübsch aufgemacht und mit Handy in der Hand. Das Absperrband haben sie nicht gesehen, ich auch nicht, so gingen wir zusammen rüber, über diese eine Brücke. Ich bin ihnen dann oben nochmal begegnet und fragte mich, was sie wohl gefühlt haben, oder gar gedacht?
Mode und Natur, das wird ja immer im Modus Schönheit pur vermarktet, und hier frage ich mich, wo ich selbst stehe? Im Sinn habe ich doch auch nur diese Fotosession, ästhetische Dokumentation einer Katastrophe. Aber es hat trotzdem reingehauen, das zu sehen in diesem Park. Es ist jetzt alles so dicht dran, das Kameraobjektiv am Ereignis, die Klimakaatstrophe an uns.
Ich bin am hügeligen Waldrand augewachsen und habe in meiner Kindheit auch große Stürme erlebt. Im Humboldthain war ich schon oft, seit Jahrzehnten gehe ich dahin, treffe mich mit Leuten, spaziere mit meiner Partnerin, beobachte die damals aus dem Krieg geflohenen Jugos beim Bowling oder sitze im Rosengarten. Die Zerstörung der Bäume innerhalb von ein paar Minuten hat mich mehr getroffen als ich dachte. Ich denke, es kommt von dieser fatalen Resonanz, die meine eigene Gattung an diesem Ort erzeugt, diese Ignoranz der Jogger, die weiterhin ihr Pensum machen, weil der Weg ja noch halbwegs frei ist. Ich selbst mache natürlich Fotos, ist das besser? Es ist immerhin keine pure Selbstoptimierung, sondern dazu gedacht, andere teilhaben zu lassen. Das Ich wird eher zum Mittel für die Information, politisch-ästhetische Kommunikation. Es kann nicht schaden, bei all dem Schaden.