Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die HW Capital investiert in Bonify UND BETREIBT Finanztip (beides nicht schwer rauszufinden). Und das @ZDF -Morgenmagazin interviewt dessen Chefredakteur als neutralen Experten zu #Bonify!

(Danke @Lilith für die Information.)

Weder die Moderatorin noch er selbst machen das transparent. Aber genau das wäre die Aufgabe von Journalismus gewesen. Solche Praktiken machen unsere Branche (zurecht) unglaubwürdig. Das ist so verantwortungslos.

@evawolfangel @ZDF @Lilith
Ich könnte dazu sicherlich leicht zustimmen. Das wäre wünschenswert.
Aber Deine Forderung kommt mir ein wenig wohlfeil vor: wie weit sollte denn eine solche Recherche jeweils gehen? Schon die Eigentümer zu ermitteln, dürfte selten einfach sein. Ich wusste nicht, dass Finanztip im Eigentum von HW Capital steht. Zudem: wie willst Du im Zweifel deren Einfluss dann bewerten?
Weißt Du, unter wessen Einfluss Deine Verleger stehen, bei denen Du veröffentlichst?
@evawolfangel @ZDF @Lilith Und mal andersherum gedacht: Was ist denn mit diesen Medien, die unter Investoreneinfluss stehen: sollte man nicht zuerst von denen erwarten, dass die dies mit einem Disclaimer kenntlich machen?
Zum Beispiel:
Was ist denn mit BILD und Welt? Da würde ich mir tatsächlich wünschen, dass bei jedem entsprechenden Bericht kenntlich gemacht wird, einer der Investoren massive Interessen am Wohlergehen der fossilen Industrie hat.
@Ruhrnalist Ich stimme zu, das sollten Medien kenntlich machen. Beispielsweise schreibe ich nicht mehr für die Berliner Zeitung, seit die Verstrickungen Holger Friedrichs in Bezug auf die Luca-App und seine Einflussnahme bekannt sind. Klar ist es nicht immer einfach, Verstrickungen zu entschlüsseln - oft sind die bewusst gut versteckt. In diesem Fall sind sie nicht so gut versteckt, und ich hätte mir gewünscht, dass es Moma und Tenhagen zumindest transparent machen. @ZDF @Lilith
@Ruhrnalist Wie konkret der Einfluss aussieht, ist aus meiner Sicht erst der zweite Schritt. Wichtg ist, dass Transparenz hergestellt wird über mögliche Interessenskonflikte (und gerne können das die Beteiligten dann ja auch ausführen). @ZDF @Lilith
@evawolfangel @ZDF @Lilith @evawolfangel @zdf @lilith Auch wenn es erst der zweite Schritt ist, muss ich mich fragen, wie gehe ich mit der Info um: wie soll ich als außenstehender Journalist den Grad der Beeinflussung beurteilen? Ich kann auch nicht jeweils eine Beteiligungsanalyse von Investoren erstellen.
Ein praktibaler Weg wäre, eine Selbstauskunft einzuforderung und Kontrollstrukturen analog zu Abgeordnetenwatch aufzubauen. Aber wer will dazu bitte initiativ werden?
@Ruhrnalist In diesem Fall hätte eine Nachfrage der Moderatorin zb schon ausgereicht. Ich finde, sie muss keine Beeinflussung belegen, sondern Fragen stellen. Natürlich ist das keine Garantie, die wahren Zusammenhänge zu erfahren, aber es wäre transparenter. Und ja: wahrscheinlich wäre es gut, eine Selbstauskunft einzufordern - ähnlich wie unter wissenschaftlichen papers doch auch oft Transparenzhinweise zu finden sind.
@ZDF @Lilith @zdf @lilith
@evawolfangel @ZDF @Lilith @zdf @lilith Ich finde das ein richtig gutes Thema, dass aber in der Branche breit diskutiert werden sollte.
Journalistenkonferenz, anyone?

@evawolfangel
Im konkreten Fall muß ich doch erwarten dürfen, daß das @ZDF diesen Hintergrund einer Person, die sie einladen, kennt (aka recherchiert) und dann sinnvoll damit umgeht, und wenn dies wie hier nicht geschieht, sondern wir das von @Lilith erfahren, fühle ich mich verarscht und hinters Licht geführt.
Gerade diese etwas „weicheren“ Formate haben eine Wirkung, weil sie teilweise von anderen Zielgruppen konsumiert werden

/cc @Ruhrnalist