Es gibt keinerlei Individualität und persönliche Verantwortung. Das einzige persönliche in diesem Buch sind die hauptsächlich autobiographischen Ereignisse als Beispiele (Seite 25 ff) und die persönlichen Angriffe, die gegen die Kritiker des FAZ-Artikels, die zum Beispiel auf Seite 142 ff. erfolgen. So erfolgt in diesem Buch keinerlei Zitat empirischer wissenschaftlicher Studien sondern quasi ausschließlich das Zitat anekdotischer Evidenz -
also das des selbst erlebten oder das Anbringen exemplarischer Einzelschicksale. Diese kann man aber oft nicht pauschal auf eine Volksgruppe von 16-17 Millionen Menschen anwenden. Da wird das Problem der Schubladisierung massiv sichtbar und ich hasse bekanntlich Schubladen.
Absurd wird es wenn der Autor auf den letzten rund 20 Seiten und somit auf ziemlich genau zehn Prozent des Buches die erwartbare Kritik vorwegnimmt und sich für seine Methodik und den im Buch angeschlagenen Ton rechtfertigt indem er auch das auf den gesamten Osten bezieht.
Man kann dieses Buch lesen - muss man aber nicht. Wenn man es tut sollte man es kritisch sehen, ausführlich darüber nachdenken, sich eigene Gedanken dazu machen und möglicherweise die eigenen Denkmuster überprüfen. Ich jedenfalls habe jetzt Kopfschmerzen, aber nicht wegen des Buches selbst, sondern weil ich beim Lesen ständig den Kopf auf den Tisch schlagen musste wie abstrus dieses Buch ausgearbeitet wurde!