SPD plant neuen Anlauf für Pflichtdienst
SPD plant neuen Anlauf für Pflichtdienst
soll zu mehr Respekt und stärkerem Miteinander im Land führen
Wie genau soll weiter auf die Jungen treten den Respekt in der Gesellschaft verbessern?
Die Idee dahinter ist, dass auch die “sheltered kids” mal gezwungen werden, sich mit der Realität auseinander zu setzen. Kinder aus Mittelschicht und aufwärts haben häufig genug überhaupt gar keinen Kontakt zu armen, kranken oder anderweitig bedürftigen Menschen. Von daher kann ich die Idee auch verstehen.
Interessant fände ich das von der Idee schon, aber wahrscheinlich wird es (mal wieder) darauf hinauslaufen, dass die jungen Leute knapp 200€ bekommen und dafür die miesesten Arbeiten machen dürfen.
Die Idee dahinter ist, dass auch die “sheltered kids” mal gezwungen werden, sich mit der Realität auseinander zu setzen. Kinder aus Mittelschicht und aufwärts haben häufig genug überhaupt gar keinen Kontakt zu armen, kranken oder anderweitig bedürftigen Menschen. Von daher kann ich die Idee auch verstehen.
Hab ich so noch nicht betrachtet, guter Einwand.
Kinder aus Mittelschicht und aufwärts haben häufig genug überhaupt gar keinen Kontakt zu armen, kranken oder anderweitig bedürftigen Menschen.
So wie Erwachsene aus Mittelschicht und aufwärts.
Das kannst du gerne als populistische These in den Raum stellen, aber die Realität ist doch, dass ein erheblicher Teil der Ablösung von den “Schwachen” in der unteren Mittelschicht beginnt. Sehr viele, die nur knapp über Mindestlohn verdienen, gucken auf “die da unten” herab und wählen genau die Parteien, die dafür sorgen, dass es “denen da unten” so schlecht geht und dass man selbst nur knapp über Mindestlohn bleibt.
Und davon mal ab: versuch mal bitte verfassungskonform zu argumentieren, dass Kinder wegen des Reichtums der Eltern arbeiten müssen.
versuch mal bitte verfassungskonform zu argumentieren, dass Kinder wegen des Reichtums der Eltern arbeiten müssen.
Art 6 GG
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
Man könnte argumentieren, dass dies im Rahmen der staatlichen Wache geschieht, weil die Kinder unter Wohlstandsverwahrlosung leiden. Das kann man ja auch in einem Eignungstest überprüfen, ähnlich wie bei der Musterung.
Na, da finde mal halbwegs stichhaltige Kriterien.
Warum willst du unbedingt deine Oberschichtenerzählung durchdrücken, statt einfach alle hinzuschicken? Das ist wesentlich effizienter und dein unterstellter Gerechtigkeitsgewinn ist ausgesprochen teuer erkauft.
Kriterien könnten z.B. sein:
Weniger als 10 Schuljahre in einer öffentlichen Schule verbracht.
Eltern besitzen mindestens einen Zweitwohnsitz oder Ferienhaus.
Bruttowohnfläche der Famile mehr als doppelt so groß wie der Durchschnitt
Mitgliedschaft der Kinder oder Eltern in Vereinen mit einem Mitgliedsbeitrag von mehr als 1.000 €/Person
Mehr als ein KFZ pro Elternteil auf die Eltern zugelassen.
Ein oder mehrere KFZ mit Listenpreis > 100.000€ auf die Familie zugelassen oder ein KFZ mit Listenpreis > 30.000 € auf das Kind selbst.
Mehr als 1 Jahr in den letzten 5 Jahren an einer Adresse in Reichenghettos wie Hamburg Blankenese, München Bogenhausen etc. gemeldet.
Keines dieser Kriterien wird vorm VerfG auch nur 5min Bestand haben. Im Übrigen sind die meisten davon wiederum Eigenschaften der Eltern, nicht der Kinder.
Nochmal: du gewinnst gesellschaftlich nichts, wenn du alle über einer gewissen Schwelle zur Arbeit zwingst, das wird dann als Gängelung empfunden und die Hälfte der Kinder werden sich sowieso erfolgreich rausklagen.
Einfach alle arbeiten zu lassen ist wesentlich integrativer - denn dann sind wirklich alle gleich.
Ich verstehe deine moralische Position, aber die ist halt absolut realitätszahlfremd.
Wenn wir in die Richtung fantasieren: Beitragsbemessungsgrenze für Sozialabgaben anheben*, nach mindestens 6 Monaten Sozialdienst (zu Mindestlohn) wird die Beitragsbemessungsgrenze wieder gesenkt, pro Monat für ein Jahr. Das wäre doch mal eine Motivation.
Richtig. Das wäre dann der kurze Weg: Wehrdienst wieder einführen, Zivildienst attraktiver machen (gleiche Zeit, gleiche Bezahlung) und dann zum verweigern nur noch ein Kästchen zum ankreuzen. Aber dann fällt halt das tolle “Respekt”-Bla bla weg und man müsste ehrlich sagen, dass man billige Arbeitskräfte haben will (am Rande funktioniert das mit 3 Monaten sowieso nicht, da ist die Einarbeitung aufwändiger als die Hilfe!).
Also wenn Respektdienst, dann für alle, und am bittersten nötig haben es halt nicht die jungen Menschen.
Drei Monate passt in manchen Bundesländern nicht zwischen Abitur und Anfang der Wintersemester an Universitäten, d.h. effektiv ist es für einige wieder ein ganzes Jahr (viele Studiengänge starten nur im Wintersemester).
Ich vermute ähnliche Probleme bei Ausbildungen/Berufsschule, darüber weiß ich aber ehrlich gesagt nichts.
in manchen Bundesländern nicht zwischen Abitur und Anfang der Wintersemester an Universitäten
Ich wüsste eher keinen Fall wo das einigermaßen rein passt.
Und dann sind 3 Monate auch gleich zu kurz um was sinnvolles zu machen - kaum den Papierkram erledigt (2 Wochen) und Zugänge ausgehändigt (1 Woche), dann noch die täglichen Aufgaben einigermaßen erklärt (mindestens 1 Monat) und schon ist die Arbeitskraft wieder weg.
Das verbrennt massiv Ressourcen und keiner will so kurz Leute da haben. Da kannst du auch gleich Praktikanten von der Berufsschule (4 oder 8 Wochen bei rein schulischer Ausbildung von 1 oder 2 Jahren) nehmen!
Sollte das fürs studieren nicht reichen? Zumindest in NRW sind Abi prüfungen doch so grob im Mai oder nicht? Das Semester startet am 01.10. Da könnte man drei Monate (Juli, August, September) doch unterbringen? Oder sind anderswo die abiprüfungen so viel später?
Die Idee ist natürlich trotzdem größtenteils schmarrn^^
Man sollte meinen, als Regierungspartei mit einem gewissen Rufproblem als #Verräterpartei, würde man die #Sommerpause nutzen um mit kleinen, harmlosen Themen im #Sommerloch erstmal wieder billig Ruf gutzumachen.
Oder man ist #SPD, will unbedingt auf den eigenen Ruf am Boden eintreten und den eigenen Wählern zeigen wie egal sie einem sind…
Erstmal wieder #Pflichtdienst diskutieren! Das findet bestimmt vor allem die junge Wählerschicht echt knorke!
Ihr habt den Schuss echt nicht gehört!
Die Sozialdemokraten streiten darüber, ob junge Menschen mindestens drei Monate ihres Lebens der Gemeinschaft widmen sollen. Grüne und FDP sind dagegen. Der neue CDU-Generalsekretär Linnemann spricht sich schon länger für ein Gesellschaftsjahr aus.
Ihr habt den Schuss echt nicht gehört!
Nein, “wir” haben den Schuss schon gehört. Und die SPD Fraktion auch. Nur Dirk Wiese nicht.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Katja Mast, distanzierte sich am Freitag von Wieses Vorschlag. Die SPD-Bundestagsfraktion sei mit den vielen Herausforderungen des guten Miteinanders in der Gesellschaft beschäftigt, hiess es blumig in einer Pressemitteilung. «Dazu gibt es viele Vorschläge, die der Abgeordnete Dirk Wiese durch einen persönlichen Debattenbeitrag ergänzt hat. Die SPD-Fraktion plant allerdings keinen Pflichtdienst.»
nzz.ch/…/sozialer-pflichtdienst-die-spd-ist-unein…
Wahrscheinlich kanntest du den Namen “Dirk Wiese” bis heute nichtmal. Möglicherweise auch ein Grund, warum gerade er sowas äußert vor der Sommerpause.
Die Sozialdemokraten streiten darüber, ob junge Menschen mindestens drei Monate ihres Lebens der Gemeinschaft widmen sollen. Grüne und FDP sind dagegen. Der neue CDU-Generalsekretär Linnemann spricht sich schon länger für ein Gesellschaftsjahr aus.
guter punkt - ja
genau betrachtet einfach nicht berichtenswert
als ich damals meinen Zivildienst gemacht habe war ich erst ziemlich sauer von wegen “Zwangsdienst”. Im Nachhinein finde ich aber, dass das für mich eine Reifezeit war, die mir ganz gut getan hat.
was mich aber wirklich stört ist, dass wir, zumindest in meinem Bereich, tatsächlich die Arbeit von Hauptamtlichen ersetzt haben, und so, quasi hintenrum, die Löhne gedrückt haben. wenn also Zivildienst (egal wie das Kind dann heißen soll), dann aber bitte mit konkurrenzfähiger Entlohnung.
Der einzige Grund warum Zivildienst eingeführt werden soll, ist dass es günstige Arbeitskraft ist. In Österreich wurde relative kürzlich darüber abgestimmt den Zivildienst und Wehrpflicht abzuschaffen und der größte Widerstand war "Unsere Industries ist vom Zivildienst Abhängig". Sprich konkurrenzfähige Entlohnung wirds nicht geben oder das ganze Projekt verfehlt den Sinn.
Wenn genug Geld für ein angebrachtes Gehalt da wäre, würde keiner ein Pflichtjahr wieder einführen.
Ich stimme zwar zu dass im Nachhinein ein Jahr irgendwo zu arbeiten nicht so schlimm ist wie im Moment aber Reifezeit gibts such anderswo. Mir hats nicht viel gebracht. Und der Unterechied zwischen zwei Stellen ist such derart groß dass es niemals für alle sinnvoll ist. Ich hatte etwas glück und ne gute Stellen erwischt aber meine zwei Kollegen haben 90% der Zeit damit verbracht Karten zu spielen weil sie nichts zu tun hatten. Für die wars totale Zeitverschwendung.
Kontext: habe als eine der letzten Jahrgänge 2009-2010 meine 9 Monate Zivildienst, nach dem Abi gemacht.
schön für dich
ist aber schon ein bisschen “mir hat die Prügelstrafe damals auch nicht geschadet”-Argumentation?
Ohne Pflicht schicken doch jetzt schon die reichen Eltern ihre Kinder für ein Jahr nach Australien zum Backpacking oder nach Afrika zum ineffektiven “Helfen” in Waisenhäusern. Kommt natürlich besser auf instagram als das Essen in einem Altenheim in Duisburg Marxloh anzureichern.
Natürlich sollte es Anreize geben unter dem Mindestlohn sollte da keiner arbeiten. Pädagisch gesehen ist intrinsische Motivation immer besser. Aber stell dir Mal bitte vor, es gäbe in D. keine Schulpflicht. Ich denke nicht, dass davon Kinder profitieren würden, die so schön kaum Anschluss an die Gesellschaft finden.
hat auch keiner gesagt dass es für dich (oder wen anders) traumatisierend sein müsste
Aber nur weil es anekdotisch für dich nicht so schlecht war, hebt das nicht die nächsten 2-3 Leute auf die die Zeit einfach nur verschwendet fanden. Man hört halt beide Standpunkte häufig und das sind alles keine guten Argumente - weder dafür noch dagegen. Das sind Anekdoten.
Ich habe auch nie behauptet, dass meine persönlichen Erfahrungen die Regel sind.
In meinem Umfeld kenne ich jedoch niemanden, der Zivildienst gemacht hat, und die Zeit später als verschwendet betrachtet hat.
Da ich nach 3 Monaten meine Einsatzstelle gewechselt habe, ist mir klar dass es Einrichtungen gab, die Zivis als billige Arbeitskräfte missbraucht haben. Beim zuständigen vom Amt bin ich jedoch auf offene Ohren gestoßen und konnte ohne Probleme die Stelle wechseln.
Wenn du aber eine Diskussion aufgrund von persönlichen Erfahrungen grundsätzlich ablehnst, dann führ mal an, anhand welcher Kriterien wir die Diskussion führen sollten.
Vielleicht solltest du dann nochmal deine Haltung überdenken, denn AFAIK werden profitierte Unternehmen keine Pflichtdienstler einstellen und könnten damals auch keine Zivi stellen geltend machen.
Wehrpflicht is übrigens nur ausgesetzt. Je nach Auslegung und Umständen würde also eh wieder eingezogen werden können.
Krankenhäuser sind in Deutschland profitorientierte Unternehmen. Pflegedienste auch.
Je nach Auslegung und Umständen würde also eh wieder eingezogen werden können.
Zum Militär. Wofür Zivildienst nur der Ersatz für Verweigerer ist. Das ist ein gewaltiger Unterschied, übrigens auch verfassungsrechtlich.
Die Sozialdemokraten streiten darüber, ob junge Menschen mindestens drei Monate ihres Lebens der Gemeinschaft widmen sollen. Grüne und FDP sind dagegen. Der neue CDU-Generalsekretär Linnemann spricht sich schon länger für ein Gesellschaftsjahr aus.
Also erstmal: ich sehe einen dreimonatigen Einsatz nicht als Weltuntergang und unüberwindbare Knechtung der jungen Menschen. So lang ist's dann auch nicht. Ausbildung und co wird sich terminlich auch anpassen, weil es ja alle Schulabgänger betrifft.
Aber für die eh von Mangel gebeutelten Betriebe wird das eine Katastrophe. Die haben dann zusätzlich zum Mangel noch den großen Spaß, einmal im Jahr, ob Bedarf oder nicht, Leute abzustellen, die dir ein Grüppchen junger Menschen betreuen, die eigentlich gar nicht da sein wollen. Das hilft dem Mangel nicht. Im Gegenteil.
Das Argument, dass dann vielleicht mehr Leute diese Berufe für sich entdecken, lasse ich auch nicht gelten, die Leute brauchen ja vorher schon einen Plan, was sie danach machen und werden den in der Regel nicht mehr ändern.
Argument nicht verstanden.
Nix "Gewinne maximieren". Deine "Buh! Konzerne, Buh!"-Haltung bei dem Thema zeigt eine gewisse Ignoranz.
Wenn jetzt schon keine 3 Kindergärtner auf dein Kind aufpassen können, weil einfach nur zwei da sind, wird es besser, wenn einer von den beiden noch die "Zivis" betreut?
Aber für die eh von Mangel gebeutelten Betriebe wird das eine Katastrophe. Die haben dann zusätzlich zum Mangel noch den großen Spaß, einmal im Jahr, ob Bedarf oder nicht, Leute abzustellen, die dir ein Grüppchen junger Menschen betreuen, die eigentlich gar nicht da sein wollen.
Ich glaube eher, dass du nicht verstanden hast, was du geschrieben hast. Ich lese da genau das heraus. Die armen Unternehmen, die so schon kaum Leute haben (weil sie so schlechte Gehälter zahlen, ihre Mitarbeiter nur verarschen und zudem auch nicht ausbilden wollen), müssten sich mit der Reform auch noch um arbeitsunwillige Spielkinder kümmern. Katastrophe - das ist der Untergang der Wirtschaft. 😭 😭 😭